



Unser Einstieg in den Urlaub war ein Konzert mit BAP im Ostra-Dome. Bei leichtem Regen rockte der Herr Niedecken (Jahrgang 51) fast drei Stunden die Bühne.
Was für ein Auftakt!




Unser Einstieg in den Urlaub war ein Konzert mit BAP im Ostra-Dome. Bei leichtem Regen rockte der Herr Niedecken (Jahrgang 51) fast drei Stunden die Bühne.
Was für ein Auftakt!
Das heutige Ziel ist Münster. Der Tag begann entspannt -wie inzwischen traditionell- mit einem Frühstück beim Bäcker. Unterwegs wechselten sich strahlender Sonnenschein und sintflutartiger Regen ab – so wurde das Auto gewaschen und getrocknet. Münster empfing uns mit kräftigem Regen.
Die Innenstadt ist ziemlich knuffig, der Dom ist größer als gedacht. Es gibt ein barockes Schloss mit kostenlosem botanischen Garten, eine Universität – und Wilsbergs Antiquariat mitten in der Innenstadt. Die Wohnung von Prof. Börne befindet sich übrigens nicht in Münster.
Die Stadt ist ansonsten voller Fahrräder, die häufig irgendwo rumstehen und wohltuend voller junger Menschen, vermutlich wegen der Uni. Im Zentrum ist alles gut fußläufig erreichbar, wir waren heute ganz entspannt 10km unterwegs.




Die beiden Holzfiguren sind aus einem Mammutbaum sandgestrahlt.






Das Abendessen gab’s in der Akademischen Bieranstalt -die war am besten besucht und auch eine gute Wahl.




Der Weg zurück führte uns am Aasee entlang. Neben der die Altstadt komplett umschließenden grünen Promenade bringt er viel Ruhe und Natur in die kleine Stadt.
…ein quirliges Zwischenziel auf der Reise Richtung Gouda. Wir hatten zwei Stunden, um die Stadt zu erkunden. Mit dem Auto in der Innenstadt zu parken, ist keine gute Idee, ließ sich aber heute nicht vermeiden. Die Infrastruktur ist im Wesentlichen für Fahrräder ausgelegt – von superbreiten Radwegen bis hin zu kostenlosen Fahrrad-Tiefgaragen. Trotzdem stehen und liegen überall unzählige Fahrräder rum. Es gibt auch einen Dom, mit seinem hohen Turm ist er leicht zu finden. Vor Ort macht sich dann Verwunderung breit, denn zwischen Turm und Kirchenschiff sind geschätzt 50 Meter Platz. Die Ursache dafür ist ein Tornado, der im 17. Jahrhundert genau diesen Teil der Kirche zerstört hat. Und es hat ihn einfach niemand wieder errichtet.




Die historische Altstadt ist mit Grachten und vielen Brücken sehenswert. Das Einkaufszentrum ist von außen interessant, innen könnte es auch unsere Altmarktgalerie sein. Ein Softeis bekamen wir hier nicht, die Kugeln waren dann aber auch sehr süß und lecker.



Unsere Ferienwohnung liegt idyllisch an einem See, man könnte es fast als Alleinlage bezeichnen. Jeglicher Lärm ist weit weg und das Wasser beginnt unmittelbar an der Terrasse unseres hübschen Tinyhouses. Wir dürfen angeln, im Wasser ist aber so viel Kraut, dass Frau kaum drin schwimmen kann. Unsere Vorräte frischten wir mit einer Fahrradtour nach Gouda (hier gesprochen klingt es eher wie Guda) auf. Die Gegend hier ist mit dem vielen Wasser einfach wunderschön. Zum Abendessen gab es dann auch fangfrischen Goudis mit Knäcke und Gemüse (aus dem heimischen Garten). Hier Gemüse regional zu kaufen, ist aber gar nicht so schwer.


…die Käsehauptstadt? Na ja, es ist angeblich das Herz der niederländischen Käseproduktion. Unsere Unterkunft ist nur eine kleine Radtour entfernt – und so machten wir uns am sehr späten Vormittag nach einem gemütlichen Frühstück am See auf den Weg. Hier steht die längste Kirche der Niederlande – 2 x 11 Euro Eintritt waren uns aber zu viel für eine Besichtigung. Es gibt Anbieter für Kanaltouren und so beschafften wir Tickets für eine einstündige Fahrt durch die Grachten. Diese führte sehr nett um’s Zentrum herum, echte Sehenswürdigkeiten waren jedoch Mangelware.
Zweites Ziel war ein Angelzubehör-Laden, denn das niederländische Regelwerk liest sich, als sei Blei im Angelzubehör verboten. Der fachkundige Verkäufer erklärte aber, dass dem (noch) nicht so sei. Die meisten schweren Zubehörteile bestehen auch weiterhin größtenteils aus Blei. Die EU plant ein gaaanz langsames Verbot. Das ist eigentlich ein Unding, denn abgerissenes Blei vergiftet die Gewässer.




Parken und vor allem Aussteigen will hier geübt sein.
Aber wenn wir schon mal in der Käsehauptstadt waren, konnten wir doch nicht am Gouda vorbei und probierten uns durch die verschieden gereiften Sorten. Dieses Experiment muss jedoch noch mehrfach wiederholt werden, bis mit einem eindeutigen Ergebnis gerechnet werden kann…Zurück in der Unterkunft wunderten wir uns über den Fluglärm – fast wie zu Hause, aber viel öfter. Ein Blick in der App zeigt, dass bei Wind wie heute der Landeanflug für Amsterdam sich hier einreiht.


Nix zu Jubeln gab es diesmal auch für Oranje – gemeinsam mit DE in der KO-Runde rausgeflogen.
Heutiges Ziel: Kinderdijk. Hier stehen 19 gut erhaltene Windmühlen, die über Generationen genutzt wurden, um Landflächen unterhalb des Meeresspiegels zu gewinnen. Die Gegend ist touristisch gut erschlossen – inklusive Parkplatz weit draußen und einem Shuttlebus. Im Eintrittspreis ist eine kleine Schiffahrt entlang der aufgereihten Windmühlen mit drin.
Hier erfuhren wir allerhand wissenswertes, zum Beispiel, dass bis zu 180 Windmühlen das Kanalufer säumten. Die Pumpen waren jeweils auf dem technischen Stand der Zeit – den Windmühlen folgten Dampfmaschinen und danach kamen Elektromotoren. Die verbliebenen Mühlen sind alle vermietet. Hier wohnen zertifizierte Windmüller und müssen die Mühle im Jahr 60.000 Umdrehungen laufen lassen. Bei Mieterwechsel wird auch gern die Reethülle getauscht.





Früher reichten Ebbe und Flut, um den Fluss zu entwässern, heute sind größere Pumpen nötig.




Blick in die Mühle




Und zum Schluss noch ein kleines [Video] – der Ausblick des Windmüllers.
Nach drei Nächten in unserer wunderbaren Unterkunft am See stand ein Wechsel an – etwas weiter nördlich. Wir mussten ohnehin schon früh um 10 aus der Unterkunft raus und nahmen das zum Anlass, diesmal mit dem Auto zum Käsemarkt nach Gouda zu fahren. Auf dem Marktplatz herrschte so mäßiges Treiben. Er war gesäumt von Futterbuden und wir probierten Waffel mit geschmolzenem Käse drin – sehr lecker.





Unser nächstes Ziel – die Stadt Leiden – ist wohl eher mit dem Boot zu befahren, als mit dem Auto. Es gibt viel (28km) Wasser und auch Rundfahrten darauf. Das ließen wir uns nicht nehmen und erkundeten die Stadt zunächst vom Boot aus und schlenderten anschließend durch die Innenstadt. Hier entdeckten wir endlich auch Softeis.







Das Observatorium gehört zur Uni und ist die älteste Universitätssternwarte der Welt. Im Ort steht auch der Nachbau einer Windmühle, wie Rembrands Vater eine besaß. Rembrandt ist hier geboren und aufgewachsen.


Später machten wir noch einen Abstecher zum Meer, das lag fast auf dem Weg. Wir erwischten eine Gegend, in der Frienwohnungen dicht an dicht vor der Düne stehen. Kein Schatten, dafür aber eine dampfende Fabrik dahinter. Nicht so super wohnlich.



…in Alkmaar. Jeden Freitag von 9-12 Uhr findet in Alkmaar traditionell der Käsemarkt statt. Das ist von uns 15km mit dem Fahrrad entfernt. Mit unseren „normalen“ Fahrrädern wäre das kein Thema, mit den Klapprädern ist das schon eine Herausforderung. Die nahmen wir gern an und kamen bei strahlendem Sonnenschein in eine propevolle Stadt. Der Käsemarkt war schon in vollem Gange: die Träger flitzten mit ca. 100kg Käse auf hölzernen Beeren zur Waage und danach zu Wagen, mit denen der Käse abtransportiert wurde. Das passiert hier schon seit dem 16. Jahrhundert so.
In der heutigen Zeit wird der Käse allerdings wieder in den LKW verladen, mt dem er vorher antransportiert wurde…
Nach Marktende füllte sich der markt ganz schnell wieder mit Tischen und Stühlen der umliegenden Gastronomie.
Bewegte Bilder gibt’s im [Video]





Und hier noch Käse in Zahlen:
– zu Beginn des Marktes (spätestens 9:30) liegen 2400 Käseräder, das sind 30.000kg, fein säuberlich aufgereiht auf dem Markt
– Ein Käserad kostet 130..200 EUR
– Punkt 10 Uhr wird die Käseglocke geläutet
– Danach entnehmen die Inspektoren Stichproben mit dem Käsebohrer. Der Begriff hat sich bis heute zur Probenauswahl gehalten
– Das Verhandeln über den Käsepreis erfolgt traditionell per Handjeklap
– Die Käseträger sind in einer eigenen Zunft organisiert – der flotte Gang heißt Kaasdragersdribbel und hält den Käse beim Transport besonders ruhig
Auf dem Rückweg machten wir Stopp am Eisladen und an einer Badestelle. Das Wasser hier hat allerdings fast die Farbe und Konsistenz eines Smoothies.
Nachdem wir gestern Abend am naheliegenden Kanal erhebliche Fischbewegungen im Wasser feststellten, haben wir uns entschieden, eine Fischereilizenz zu erwerben. Uwe ist jetzt Mitglied in einem niederländischen Angelverein und muss rechtzeitig vor Anfang Oktober wieder kündigen. Das sind komische Regeln hier.
Im Nachbarort fährt aller halben Stunden ein Bus direkt nach Amsterdam. Den nahmen wir und kamen bei leichter Bewölkung und angenehmen 23 Grad im Hauptbahnhof an, der gleichzeitig auch der zentrale Busbahnhof ist. Während der Busfahrt buchten wir die zwei Programmpunkte: Kanalrundfahrt und Rijksmuseum.


Anbieter zur Rundfahrt gibt es hier wie Sand am Meer, wir entschieden uns für kleine nicht überdachte Boote. Der Kapitän und Reiseführer erklärte viel zur Stadt, riet vom Fahrradfahren ab und regte sich über die vielen Mietsbootführer auf, die keine Lizenz brauchen und von den Verkehrsregeln keine Ahnung haben.
Die Innenstadt ist den bisherigen besuchten Städten sehr ähnlich, nur größer. Und tatsächlich fahren die Radfahrer hier ziemlich rücksichtslos, achten nicht auf Ampeln und sind durch den Elektroantrieb auch sehr schnell. Auf dem Wasser ist ein ähnliches Chaos zu beobachten, eine kleine Zeitrafferaufnahme gibt’s hier [Video].








Zweiter Programmpunkt: das Rijksmuseum. Es wirbt mit Vermeer, Van Gogh und Rembrandt. Von denen sind allerdings nur ein paar wenige Bilder im Museum. Die restliche Ausstellung ist zeitlich sortiert und sehr sehenswert. Gemäß Reiseführer benötigt man mindestens drei Stunden. Wir hatten 2,5 Stunden, weil wir vorher im Museumscafe noch eine kleine Stärkung zu uns nahmen und das Museum – auch im Hochsommer- bereits 17 Uhr schließt.















Bisher nur als unseren Nachbarort bezeichnet, war er es wert, das Tagesziel zu sein. Den Tag begannen wir enspannt, ließen die Wäsche in einer Waschmaschine kreiseln und fuhren anschließend mit den Rädern nach De Rijp. Ein hübsches kleines Städtchen mit extrem kleinen Grundstücken und Häusern, die dicht an dicht stehen.
Eher zufällig kamen wir an der Ortskirche vorbei, als dort ein Orgelkonzert lief. Wir verpassten die erste Stunde, es lief aber noch 1,5 Stunden. Eine eher kleine Orgel, aber eine tolle Atmosphäre. Highlight war Bachs Meisterwerk Toccata und Fuge d-Moll, BWV 565 [Audiobeispiel]. Dafür gab es sogar extra Applaus. Auf dem Heimweg prüfte Uwe den Fischbestand im Kanal entlang des Wegs – kein Fisch drin.




Unser Ferienhäuschen mussten wir schon sehr zeitig früh um 10 verlassen. Mit den letzten frischen Brötchen zum Frühstück begann der Tag ziemlich zügig und wir fuhren pünktlich vom Hof. Das Boot erwartete uns erst ab 15 Uhr, so dass wir die freie Zeit mit einem Strandspaziergang verbrachten. Das Meer war schnell erreicht und wir liefen bei bestem Wetter zwei Stunden am Wasser entlang. Für unseren verpassten Yogakurs machten wir noch ein kleine Foto und stürzten uns in die kräftig schäumenden Wellen.



Die Einweisung zum Boot bestand in der Frage, ob wir uns das Einweisungsvideo angeschaut haben. Der Schlüssel steckte bereits und nach überraschend wenig Papierkram konnten wir ablegen. Das Boot ist in etwa so lang und breit wie das BunBo zu Himmelfahrt, aber wesentlich komfortabler. Es hat vorn und hinten Querstrahlruder und einen sehr wohnlichen Innenbereich.
Wir brachten das Boot unfallfrei aus dem engen Hafen heraus und fanden nach einigem Suchen einen schönen Anlegeplatz für die Nacht. Team Küche zauberte ein leckeres Essen auf den Tisch und wir freuen uns auf die Nacht, in der wir sanft in den Schlaf geschaukelt werden.



…kennen wir als Begriff. Hier können wir sie erleben. Es gibt ordentlich sortierten Verkehr auf Fahrwassern und jede Menge kreuz und quer fahrende Wasserfahrzeuge noch dazu. Selbst Segelbote fahren auf engen Kanälen unter Segel. Und wir mittendrin. Heute wollten wir nicht allzu weit fahren, um abends nicht nach einem freien Liegeplatz suchen zu müssen. Der erste Stopp war unsere auserkorene Badestelle mitten auf einem See [hier]. Da übten wir gleich mal Ankern mt dem Boot. Bei starkem Wind trauen wir dieser Befestigung jedoch nicht über den Weg. Danach fuhren wir in einen kleinen Kanal, der mit einer flachen Brücke große Schiffe an der Durchfahr hindert. Wir hofften abends auf wenig Schiffsverkehr. Und das hat auch prima geklappt. Wir sind [hier] fast allein am Steg.
Der Steg liegt so abgeschieden mitten in der Natur, dass wir den Versuch, mit dem Rad in die nächste Stadt zu fahren, nach wenigen Metern abgebrochen haben. So blieb Zeit zum Angeln – verbunden mit dem esten Erfolg. Ein Güster – nicht gerade ein Edelfisch und auch nur mäßig groß – schmecken wird er trotzdem.






Der heutige Tag begann für den angelnden Teil der Reisegruppe sehr früh am Morgen am aufwachenden Kanal. Die Vögel sorgten für die Klangkulisse, die Morgensonne für ein angenehmes Licht. Als dann später die ersten Boote vorbei kamen, war es mit der Morgenstimmung vorbei.
Das heutige Reiseziel liegt im Nationalpark Weerribben-Wieden, der Weg dahin führte durch den Prinses-Margriet-Kanal – so eine Art Autobahn. Hier sind für Binnengewässer ziemlich große Pötte unterwegs – und viele Sportboote wie unseres. Im Nationalprk fanden wir einen wunderbaren Liegeplatz, auch fast wieder in Alleinlage. Diesmal führt ein Radweg direkt in den nächsten Ort. Die Fahrt zum Einkaufen war dann unsere körperliche Aktivität. Boot fahren bietet zwar viel Entspannung, aber kaum Bewegung.
Zum Abend gab es den Fisch vom Vortag. Die Angelei beendeten wir am Abend erfolglos nach wiederholter Sichtung eines Fischotters. Den möchten wir nicht an der Angel haben. Ihn auf dem Foto zu haben, wäre schön gewesen, hat aber nicht geklappt.












Am Tag drei im Boot funktionert vieles schon sehr gut: Navigieren und Fahren. Was wir noch üben müssen, ist das Anlegen unter schwierigen Bedingungen, zum Beispiel bei Wind oder in der Schleuse…
Nach dem Frühstück dachten wir, dass es uns gut tun würde, noch ein kleine Fahrradtour zu unternehmen und noch ein paar Einkäufe zu tätigen. Der Weg führte durch das benachbarte Kalenberg – ein Name, der uns irgendwie vertraut vorkam. Unterwegs sammelten wir naoch ein paar schöne Eindrücke ein und kamen auch an einem Haus vorbei, dessen Reetdach neu gedeckt wurde. Echte Handwerkskunst. Beim Sichten der Fotos waren wir allerdings überrascht, dass man auf einem solchen Dach völlig problemlos rauchen kann…
Die Entsorgung des alten Dachs ist dann wesentlich einfacher als bei uns – es kommt auf den Kompost und wird hier auch gleich mit dem Boot abtransportiert.
Unsere Einkäufe erledigten wir in Blokzijl und ließen uns von den dort angebotenen Kibbelingen verführen. Und gleich danach noch ein Softeis. Da haben wir wohl mehr Energie aufgenommen, als wir mit der 20km-Tour verbraucht haben.









Der Tag war schon recht fortgeschritten, unsere nächste geplante Tour etwas länger und unser Liegeplatz ausgesprochen schön – so entschieden wir uns, den Rest des Tages hier zu verbringen.
…hat hier in Holland eine ganz andere Bedeutung, als zu Hause. Was bei uns See heißt, ist hier Meer und was bei uns Meer heißt, ist hier Zee. Auf unserer heutigen Route durchquerten wir Vollenhover Meer, Kadoeler Meer und Zwarte Meer. Alles ziemlich große Seen, übrigens sehr flach. Die ganzen Gewässer hier sind kaum tiefer als zwei Meter. Nur die Fahrrinnen für ganz große Schiffe sind um die 5 Meter tief.
Die Tor führte zu Beginn noch im Nationalpark durch beschauliche Siedlungen und sanft geschwungene Kanäle. Wenig später wurde es dann auf den Seen und langen geraden Kanälen ziemlich ungemütlich. Unseren Liegeplatz fanden wir kurz vor Giethoorn, nach eigenen Angaben „eines der schönsten und einzigartigsten Reiseziele in den Niederlanden“.
Ein kleiner Spaziergang durch einen Vorort ließ erahnen, wie gigantisch der Tourismus hier aufgezogen wird, in den Kanälen liegen hunderte Mietboote. Die Siedlung selbst erinnert an den Spreewald.









Anbei noch ein [Video] (WLAN empfohlen) mit unserer Tour in superschnell. Die langen Geraden sind rausgenommen, das Anlegen und Schleusen bekommen wir inzwischen viel besser hin. Viele Brücken öffnen ganz automatisch, bei manchen muss man einen Knopf zum Anmelden drücken. Und sehr selten ziemlich lange warten.
hat heute nicht so ganz funktioniert. Wir stehen zwar recht einsam in der Landschaft, aber in unmittelbarer Umgebung ist ein größerer Rinderstall. Die Fahrt hierher war kurz und unspekatakulär. Der Radweg neben dem Kanal führte uns mit den Fahrrädern nach Steenwijk. Dort gab es eine Flaniermeile im Zentrum, einen Wochenmarkt und ein Eis.
Auf dem Rückweg kamen wir in einen kleinen Regenschauer, so dass wir den Nachmittag in unserem schwimmendem Wohnmobil verbrachten. Nach dem Abendessen brach der Himmel auf und die Sonne ließ sich blicken.
Da der Angelprofi in letzter Zeit nicht so super Ergebnisse abgeliefert hat, nahm der zweite Tel der Reisegruppe das mal selbst in die Hand – mit ortsüblichem Posenangeln und überraschendem Erfolg: 6 kleine Weißfische, von denen der Kleinste wieder schwimmen durfte. Es entstand eine Art Wettstreit um den größten Fisch, denn die Methode Grundangeln war mit selbst zusammengerührtem Futter (Haferflocken, Mehl, Mais, Öl, Wasser) auch mit im Rennen und konnte einen mittelgroßen Weißfisch anlanden.
So haben wir morgen ein zwar grätenreiches, aber schmackhaftes Essen.




…des anderen Leid. Heute war für Segelboot-Kapitäne ein exzellentes Wetter. Für große Boote eher nicht. Bei der Geradeausfahrt stört der Wind nicht, beim Warten vor der Brücke oder beim Anlegen in der Schleuse ist es einfacher ohne Wind.
Wir zögerten deshalb heute die Abfahrt hinaus, in der Hoffnung, dass der Wind nachlässt. Erster Nebeneffekt: die Brücken werden hier von 12:30 bis 13 Uhr nicht bedient, wir mussten also vor der nächsten Brücke erstmal anlegen. Die weitere Fahrt war dann einfacher als gedacht. Unser heutiger Liegeplatz ist in der Nähe von Echternerbrug kurz vor dem Tjeukemeer.
Wir sind nach wie vor überrascht, wie groß die Boote hier in den Niederlanden sein können, die führerscheinfrei und ohne verpflichtende Einweisung gefahren werden können: max. 15 Meter lang und max. 20km/h schnell. Unser Boot ist 11 Meter lang und hat 60 PS. In Deutschland liegt die Grenze bei 15 PS.
Auch auffallend: kein Boot gleicht dem anderen. Das ist ganz anders als im Straßenverkehr. Vielleicht liegt es daran, dass Boote viel länger gefahren werden, als Automobile. Unser Mietboot ist 25 Jahre alt und top in Schuss. Wir hatten auch schon mal ein Wohnmobil, das war zwei Jahre alt und schon ziemlich fertig.
Auf dem Wasser erleben wir überwiegend rücksichtsvolle und freundliche Menschen. Jeder grüßt jeden, was manchmal anstrengend ist, wenn sich viele Boote begegnen.



Entlang der Strecke entdeckten wir für uns bisher unbekannte Vogelarten: Silberreiher und Purpurreiher. Die Bilder sind stark vergrößert und deshalb nicht ganz scharf.



Der bunt gefüllte Teller ist unser Mittagessen für unterwegs. Zum Abendessen gab es den Fisch von gestern – übrig blieben viele Gräten, geschmeckt hat es wunderbar.



Die meisten Brücken öffnen sich wie von Geisterhand bei Annäherung von Schiffen. Manchmal muss man einen Knopf drücken und manchmal länger warten. Bisher haben wir selten erlebt, für die Durchfahrt bezahlen zu müssen. Heute jedoch dreimal. Gelöst ist das hier sehr einfach – der Brückenwärter schwenkt einen Holzschuh an einer Angel herüber und man steckt die Münzen da rein. Im [Video] (14 Minuten) haben wir das aufgenommen. Diesmal sehr entschleunigt in Echtzeit und ganz zum Schluss auch mit einer hübschen Stadtdurchfahrt inklusive warten vor der Brücke.



Ein besonderes Highlight war das Überqueren einer Straße in einem Aquädukt. Wir sind inzwischen weiter nördlich in einer Gegend, wo freie Liegeplätze wieder rar werden und fanden unterwegs die interessante Information: VOL = VOL. Die Zahl der landwirtschaftlichen Großbetriebe neben der Strecke häuft sich auffallend. Unser Liegeplatz liegt aber schön in der Natur, ein wenig abseits der Hautverkehrsader. Wir sind neben 9 anderen Booten aber nicht allein.



Hier in der Provinz Friesland lebt laut unserem Reiseführer ein „eigensinniges und verwegenes Volk, an dem sich schon die Römer die Zähne ausgebissen haben. […] Hier wird nicht nur Nederlands gesprochen, sondern auch Fries, eine westgermanische Sprache, die an allen Schulen gelehrt wird und als zweite Amtssprache anerkannt ist.“ Das ist selbst in den Wasserkarten sichtbar, hier heißt zum Beispiel der See Slotermeer auch Sleattemer Mar.
Ansonsten futtern wir uns fleißig durch das regionale Käseangebot. Viele Sorten gibt es in unterschiedlichen Reifegraden – von jung bis (wir übesetzen es) steinalt.




Um dem Rummel auf dem Wasser rund um die Großstädte zu entfliehen, machten wir uns auf die Reise in den Nationalpark De Alde Feanen nordöstlich von unserem ursprünglichen Startpunkt. Unterwegs mussten wir lange vor einer Eisenbahnbrücke warten, die für Boote bei Bedarf geöffnet wird. Zur freien Durchfahrt ist unser Boot 30cm zu hoch. Wir mussten vier schnelle Züge passieren lassen. Dann ging die Brücke eindrucksvoll auf. Sogar die Gehsteige wurden separat hochgeklappt. Siehe dazu das [Video].
Auch heute ging es über eine Straße – im Aquädukt. Unsere Fahrt zum auserkorenen Anlegeplatz endete abrupt, da der einzige Zufahrtsweg durch große querliegende Schiffe blockiert war.
Inzwischen wissen wir, dass hier eine Regatta mit den typischen friesischen Skûtsjes stattgefunden hat. (Link) Der Reiseführer klärt auf: „Skûtsjes sind historische Frachtschiffe mit charakteristisch braunen Segeln, die speziell für die oft seichten Gewässer hier gebaut wurden und kein Schwert unten am Schiffsbauch haben, sondern jeweils eines an der Back- und an der Steuerbordseite, wo sie nach Bedarf heruntergelassen werden.“


Das passt ganz zufällig zu unseren Tagesbildern, auf denen wir schöne und skurile Schiffe festgehalten haben. Vom Boot mit der Biertischgarnitur auf dem Dach bis hin zum Boot, mit dem kühle Getränke an den Liegeplatz gebracht werden. Und wir sind nach wie vor fasziniert, dass hier auch in schmalen Kanälen gesegelt wird.














Unser Liegeplatz liegt an Rand des Nationalparks. Hier ist es wunderbar einsam mitten in der Natur – genau das, was wir suchen.

In Nationalpark De Alde Feanen, in dem wir uns derzeit befinden, gibt es eine Top 5 der wichtigsten Tierarten:
– Seeadler
– Reh
– Rohrdommel
– Kormoran
– Storch
Reh, Kormoran und Storch haben wir schon entdeckt – und zusätzlich den Rohrweihe. Mt dem Fernglas gut zu erkennen, ein Foto gibts von Wikimedia.

In den letzten Tagen beobachteten wir immer wieder, dass Boote groß und hoch sind und die Leute vorzugsweise weit oben sitzen. Die Lösung ist einfach: von oben sieht man besser. Das können wir in unserem Boot auch nachvollziehen. Es hat einen Führerstand unten und oben. Nachfolgend die Ausblicke:




Unser Smutje war heute nicht nur für die Zubereitung des Abendessens zuständig, sondern auch für dessen Beschaffung: vier tolle Weißfische. Der Profiangler hatte es auf größere Fische abgesehen, aber lediglich ein abgerissenes Vorfach zu bieten.

Zum Wetter: heute hatten wir den ersten richtig ungemütlichen Tag: kalt, windig und heftige kurze Regenschauer. Da wir sowieso nicht unterwegs sein wollten, war das kein Problem und wir sind dankbar für das schöne Wetter in den letzten Tagen.
Unser Tag begann heute wie auch schon gestern mit einem Bad in den eisigen Fluten und anschließendem Aufwärmen im Bett. Danach Kaffee und Frühstück.
Morgen früh müssen wir das Boot zurückgeben. Um nicht im totalen Stress zu landen, bestand der heutige Plan darin, gegen Abend im Heimathafen zu landen und vorher noch ein paar schöne Stunden auf einem See zu verbringen.
Abenteuer 1: das große Boot an einer kleinen Festmachboje anbinden. Das ist gar nicht so einfach und hätte fast unseren Enterhaken versenkt. Wir haben es gemeistert und konnten ein paar Stunden im See angeln.
Zielfisch: Zander, denn Hechte müssen wieder zurückgesetzt werden. Und wir hatten einen Hecht! Geschätzt 70cm, das Foto hat das Handy leider nicht gespeichert. Wir haben lange gebraucht, den Hecht vom Köder zu befreien, konnten ihn aber unbeschadet zurücksetzen. Um nachher festzustellen: ohne Foto. Schade.


Unterwegs sammelten wir noch ein paar Impressionen von der Gegend, ein kleines [Video] und skurile Boote (die Müllabfuhr und ein fahrbereites schwimmendes Haus).










Ein weiteres Highlight unterwegs ist eine Kreuzung in drei Ebenen: unten Autos, mittig Schiffe und obendrüber die Bahn.

Zweites und letztes Abenteuer: das Boot unbeschadet im Heimathafen einparken. Zum Glück war kein Wind und wir konnten das erfolgreich meistern.
Heute Morgen verließen wir mit viel Wehmut unser Schiff. Wir haben die Zeit sehr genossen. Abgesehen von den eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten war es eine wunderbare Zeit. Wir haben Holland von einer Seite kennen gelernt, die wir so noch nicht kannten. Nicht von der Straße oder vom Radweg aus, sondern vom Wasser. Das ist unglaublich entspannend. Mit dem sehr geringen Reisetempo ließ sich die Landschaft sehr intensiv wahrnehmen und während der Fahrt blieb viel Zeit für Blicke nach links und rechts.
Doch das ist vorbei und heute ging es mit dem bis zu Dreizehnfachen der gewohnten Geschwindigkeit in Richtung Utrecht, wo unser Hotel gebucht ist. Am Weg liegt Haarlem, das wollten wir uns geich mit ansehen. Es ist eine hübsche kleine Stadt und nicht so überlaufen wie die großen Zentren.




Wir besuchten die Grote Kerk Haarlem. Dort wurden wir vor allem von der riesigen Orgel (30 m hoch, über 5000 Pfeifen) überrascht. Sie wurde live bespielt, allerdings klang das eher nach Improvisation, als nach Spielen nach Noten. Ein großer Zufall war die Begegnung mit einem ehemaligen Arbeitskollegen von Uwe, der einige Zeit in Haarlem gelebt hatte. Er gab uns den Tipp, das Teylers Museum (das älteste Museum der Niederlande) zu besuchen. Das hat sich gelohnt, wir hätten aber einen ganzen Tag dafür einplanen sollen. Im Museum befand sich eine riesige Anzahl von Fossilien, historischen technischen Geräten und auch einige Gemälde. Im 18.Jahrhundert gesammelt, um zu forschen und zu beweisen – alles im Sinne der Aufklärung.









Unser Hotel erreichten wir dann später als geplant. Ein Bus brachte uns komfortabel in die City, wo wir zielgerichtet ein Pannenkoeken-Restaurant in einem der Grachten-Keller aufsuchten und es uns gut schmecken ließen. Utrecht hat eine quirlige und lebendige Innenstadt, in der alte und sehr moderne Architektur nebeneinander harmonieren. Wir hatten den Eindruck, dass hier die meisten fietsen (Fahrräder) unterwegs sind. Entsprechend gut ausgebaut ist die Infrastruktur dafür. Alle fahren in Holland aufrecht sitzend, beinahe schon in leichter Rückenlage. Keiner – auch nicht die Kinder – trägt einen Fahrradhelm oder Fahrradklamotten – ausgenommen Fahrradsportler auf Rennrädern. Den Helm sollten hier eher die Fußgänger tragen, denn die Gefahr, von einem Fietsen umgemäht zu werden, ist allgegenwärtig. Ganz besonders, wenn man sich unbeabsichtigt auf einem Radweg bewegt. Und Radwege gibt es hier viele.







Letzte Station unserer Reise ist Winterscheid. Wir folgten der Einladung von Heidi und Frank, entspannten im Schatten auf der Terrasse und wurden fürstlich bewirtet. Der Abend klingt mit Wein in angenehmer Atmosphäre aus und morgen geht es auf die Heimreise.

Nach einer entspannten Heimfahrt blieb etwas Zeit zum Auspacken und Wegräumen. Danach machten wir uns auf den Weg in unser derzeitiges Lieblingsrestaurant. Ein anschließender kleiner Abstecher führte uns in einen wunderbaren Sonnenblumenwald, genau dort, wo früher unser Kleingarten war…



