Immer am Meer entlang
Nach einem opulenten Frühstück, das keine Wünsche offenließ, mussten wir uns entscheiden: Erst mit dem Bus und dann wandern oder erst wandern und dann mit dem Bus oder die ganze Strecke wandern? Wobei Christiane gern einmal besprochene Pläne wieder in Frage stellt… Die 3. Option wurde erst einmal zur Seite gelegt. Da der E10 bis zum Kap Arkona auf der Karte noch als küstennaher Wanderweg eingezeichnet war, danach aber der Straße folgte, entschieden wir, auf Schusters Rappen die ca. 9 km zu Rügens nördlichstem Punkt zurückzulegen. Der Weg war leider wieder als Radweg ausgebaut und das nervte wirklich sehr.
Der Weg ist das bessere Ziel, das war schon an den Kreidefelsen so, das ist auf dem Hexentanzplatz und auf dem Landwasserviadukt so und das trifft auch auf Kap Arkona zu. Bei Traumwetter hatten wir wunderbare Aussichten, vor Ort aber nur fürchterlichen Rummel, der uns zum schnellen Weiterwandern aufforderte. Ein Wanderweg führt direkt an der Steilküste entlang und ist für Räder kaum geeignet. Andere Wanderer sind im Umkreis von 1km vom Hotspot sowieso nicht zu befürchten.
Und so gewann dann doch die 3. Option und das war gut so: Wir erlebten einen abwechslungsreichen Küstenweg, den zu laufen wirklich Spaß machte. Die letzten Kilometer, vorbei an übrigens schon gut gefüllten Campingplätzen, ging’s dann doch wieder auf der letzten Rille. Merke: 20km sind okay, danach tut’s weh.
Das Auto stand noch dort, wo es abgestellt war, der Riss in der Frontscheibe ist ein wenig weiter gewandert, den Schlüssel zur FeWo mussten wir im 4km entfernten Dranske holen, aber alles ohne Probleme.
Wir bezogen eine hübsche kleine Wohnung in einer riesigen Ferienanlage und ließen den Abend ziemlich geschafft aber glücklich bei Nudeln, Tomatensoße und Rotwein ausklingen.
Die Ferienanlage Rugana ist nur eine von etlichen, die hier im Bereich Nonnewitz auf die grüne Wiese gebaut wurden. Vom Stil her sollte wohl ein Dorf nachgeahmt werden, strukturiert in einzelne „Weiler“. Da gibt es teils reetgedeckte Einzel- und Doppelhäuser voll mit Ferienwohnungen, einen „Dorfladen“, ein Schwimmbad mit Sauna, ein Restaurant und eine „Almhütte“(!!!). Daneben ist ein Campingplatz und im Küstenwald steht Bungalow neben Bungalow. Welche gewaltige Menschenmenge wird hier in der Hauptsaison an den Strand walzen? Dabei gibt es hier gar keinen wirklichen Strand – nur einen schmalen Streifen und viele Steine.








HINTERLASSE EINEN KOMMENTAR