Sonniges Finale
Oslo-wir kommen! Um die am Vorabend erworbene Museums-Flatrate möglichst gut auszunutzen, begann unser Tag mit einem reichhaltigen 8-Uhr-Frühstück. Die Öffis brachten uns mit der Museumskarte schnell und kostenlos in die Innenstadt.
Die neu gebaute Oper (500 Mio €) versprach preisgekrönte Architektur auf Weltniveau. Wir sind zwar nicht die Fachleute, empfanden das aber nicht ganz so, sondern eher kühl und leblos.
Obwohl 4 Kreuzfahrtschiffe in der Stadt lagen, wirkte die Stadt noch nicht überfüllt.
Unser erstes künstlerisches Highlight war das ebenfalls neu errichtete Munk-Museum. Ein toller Bau, inklusive der Toiletten.
Eigentlich kannten wir nur den „Schrei“. Das Bild gibt es in 3 Varianten, wobei aus konservatorischen Gründen immer nur ene gezeigt wird. Wir hatten Glück und sahen die bunte Variante. Edvard Munks Leben war alles andere als einfach – vor diesem Hintergrund lassen sich die düsteren und expressiven (O-Ton Uwe: durchgeknallten) Bilder besser einordnen.
Nur wenige Arbeiten wirken lebensbejahend, die waren dann aber auch mächtig groß.
Das Museum beinhaltet auf vielen Etagen verschiedene Sammlungen – wir hätten durchaus mehr Zeit darin verbringen können. Überraschend begegnete uns eine kleine Käthe- Kollwitz-Sammlung, einige Picassos und die deutschen Expressionisten um die Dresdner Brückekünstler.
Ein paar Säle weiter gab es nochmal den Schrei – diesmal vom Popart-Künstler Andy Warhol „ausgemalt“.
Mit den Öffis ging es weiter zur 2.Station, dem Technischen Museum. Das war eine Mitmach-Ausstellung für große und kleine Jungs. Viele Exponate in den Bereichen Kommunikations- und Computertechnik, Verkehr, Maschinenbau begeisterten zumindestens 50% der Teilnehmer. Die andere Hälfte langweilte sich aber auch nicht.
Wer was zur meditativen Entspannung sucht, kann es mal mit den Videos der Kugelbahn versuchen: [Video1] und [Video2]
Die Fahrt zur 3.Station ging mit der Metro auf den Holmenkollen zum Holmenkollenbakken. Die Schanze ist nach eigenen Angaben die meistbesuchte Touri-Attraktion Norwegens. Ganz hoch kommt man nur nach einem obligatorischen Besuch des ältesten Skimuseums der Welt, in das es neben Ausrüstungsgegenständen der Amundsen-Expedition zum Südpol auch die Skier von Ole Einar Björndalen geschafft haben. Der im schneelosen Flachland sozialisierte Teil der Teilnehmer fand die Ausstellung so lala, der andere Teil war fasziniert. Der Ausblick von oben auf die grüne Stadt Oslo war schon sehr eindrucksvoll. Etwa 80% der Stadtfläche sind unbebaut. Da die Zeit drängte, sparten wir uns das Anstellen an der Zip-Line, sondern nahmen den Fahrstuhl nach unten. 🙂
Unser letztes Panoramabild von diesem wundervollen Urlaub.
Die Museen schließen hier schon am frühen Nachmittag um 18 Uhr, deshalb war die nächste Station ein Skulpturenpark. Ein Teil der Reisegruppe fand großen Gefallen an den natürlich wirkenden, wohlgeformten Körpern in mitunter freizügigen Darstellungen. Der beruflich geschichtlich vorbelastete Teil der Gruppe zog unwillkürlich Parallelen zur Darstellung des idealisierten Körpers in den 30erJahren des 20.Jahrhunderts und schließt sich der Meinung des Reiseführers an, der diese Ausstellung durchaus umstritten findet. Im Zentrum der Anlage findet sich ein hoher Turm aus aufgeschichteten Leibern. Der Sinn erschließt sich uns nicht.
Am Abend ließen wir uns in die Innenstadt treiben, schauten Schiffen und feiernden Menschen zu und waren überrascht, wie belebt und quirlig die Stadt plötzlich sein konnte. Völlig platt, aber voll schöner Eindrücke kehrten wir spät am Abend in unser Hotel am Sogsvann zurück. Aus diesem Grund erscheint dieser Beitrag auch erst mit Verspätung.


























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