Schweiz 2019

Rothenburg ob der Tauber

Die Hinweise mit den üblichen Überlegungen im Auto: Fenster zu? Bügeleisen aus? Ausweis dabei?

Und natürlich haben wir was vergessen: die tschechischen Kronen und die Schweizer Franken (falls noch vorhanden). Wäre ganz praktisch gewesen.

Eine entspannte Fahrt bringt uns heute in das romantische Rothenburg ob der Tauber. Die mittelalterliche Altstadt ist voll mit Touris aus allen Ländern, aber sehr sehr schön. Kurz nach unserer Ankunft spielt ein amerikanisches Jugend-Blasorchester (Link) mitten auf dem Markt. Wir finden einen Platz im Cafe und sitzen in der ersten Reihe. Hier die West-Side-Story in vier Minuten (Link).

Aus dem reichhaltigen Angebot wählen wir das mittelalterliche Kriminalmuseum, Deutschlands bekanntestes Rechtskundemuseum. Pflastermüde lassen wir das fränkische Bier zischen.

Konstanz über Speyer

Mangelnde Geografiekenntnisse zu Lage von Sinsheim und Speyer führten uns von unserer geplanten Route weiter weg als gedacht. Die in Sinsheim erwartete Raumfähre ist in Speyer stationiert und zudem ein sowjetisches Modell, die Buran. Riesig, das Teil. Die anderen Exponate sehr interessant, zum Beispiel die Raumkapsel von Ulf Merbold.

Die von uns veransachlagten zwei Stunden Erkundungszeit waren viel zu kurz, den Dom in Speyer sahen wir nur aus der Ferne. Hier wollen wir nochmal hin.


Konstanz, Bodensee, Mainau

Wo immer es die Möglichkeit gibt, sich eine Stadt von oben anzuschauen, sind wir dabei. So erklommen wir die fast 200 Stufen des Münsters von Konstanz.

Die Wärme trieb uns jedoch bald aus der Stadt ins nächstgelegene Freibad am Bodensee. Eintritt zu unserer Überraschung frei, hellblaues und glasklares 20 Grad warmes Wasser. Es will man mehr?

Zum Beispiel den abendlichen Programmpunkt Blumeninsel Mainau.


Bern und Thunersee

Das Navi wollte auf der kurzen Etappe zum Thunersee an Bern vorbei fahren. Das ist doch eine gute Gelegenheit, die Stadt auch mal anzugucken. Die Zeit reichte für einen schönen Spaziergang durch die Innenstadt. Die schöne Altstadt strahlt eine unglaubliche Ruhe aus. Die bei uns üblichen Einkaufstempel fehlen hier. Statdessen reiht sich eine Boutique an die andere und mitten im Regierungsviertel toben Kinder in dafür vorgesehenen Springbrunnen. Das hektische Treiben einer Hauptstadt scheint es hier nicht zu geben.

Unsere Ferienwohnung bietet einen grandiosen Blick auf den Thunersee und die dahinter liegenden Berge, liegt aber 600 Höhenmeter oberhalb des Sees. Mit dem Auto 8km Serpentinen.

Der See gehört zu den klarsten Seen der Schweiz und leuchtet intensiv blau. Angeln ist hier kostenfrei möglich, bisher aber ohne Erfolg.

Bern Blick aus der FeWo auf den Thunersee Thunersee Angeln

Kurzwanderung

Nach einer geräuschlosen Nacht weit abgelegen vom Durchgangsverkehr begannen wir den Tag gut ausgeschlafen mit einem Frühstück mit Bergblick.

Die anschließende Wanderung zur Panoramabrücke Sigriswil (Link) bescherte uns knackige 500 Höhenmeter runter und wieder rauf bei knapp 4km  einfacher Strecke.

Zur Erfrischung ging’s danach in den See. Angeln wieder ohne Erfolg.

Frühstück mit Bergblick Panorama-Brücke Bonsai oder so

Im Schilderwald

Vor zwei Jahren fehlte uns die Zeit, heute hatten wir einen ganzen Tag für das Verkehrshaus Luzern. Europas größtes Verkehrsmuseum – und vermutlich auch das beste seiner Art. Unzählige interaktive Exponate und viele Mitarbeiter, die nicht nur zur Aufsicht da waren, sondern die Exponate vorführten und erklärten.
Die vier Stunden im Museum vergingen wie im Fluge, die Fahrt über den Brüning-Pass war zumindest für uns mal ein neues Erlebnis. Der Rückweg führte an unserer Bade- und Angelstelle vorbei. Wieder kein Fisch.

Verkehrshaus Luzern Krokodil
unsere Ferienwohnung

im Bild rechts unten unsere Ferienwohnung.

Mit dem Bus von Schloss zu Schloss

Der Bus ist mit der Gästekarte schon bezahlt, da wollten wir ihn auch nutzen. Unser Plan war, die drei am See liegenden Schlösser zu besuchen: Oberhofen, Thun, Spiez. Gleich das erste war beeindruckend und kein verstaubtes Museum mit knorrigem Aufsichtspersonal, sondern eher lebendig. Vieles zum Anfassen, wenig Absperrungen, Geheimtüren zum Ausprobieren und interessante multimediale Präsentation (Link).

Spiez sehen wir von der Ferienwohnung aus auf der anderen Seeseite. Für eine Stadtbesichtigung war es zu heiß. Das Schloss ist von außen ganz hübsch. Im Hafen befindet sich ein zu unserer Verwunderung gut besuchtes Freibad: Baden im Chlorwasser statt im supersauberen See. Wer’s mag.

Thun ist schon viel lebendiger. Die Aare saust um eine Insel inmitten der Stadt. Auch hier baden die Menschen einfach so im Fluss. Und manche surfen sogar: Link.

Schloss Oberhofen orientalischer Rauchsalon Romantik pur

Oberhofen Schlossgarten Schloss Spiez Freibad am See

Was wir sonst so sahen:

Kniepaddlerin mit Hund

Ach ja, wieder kein Fisch.

Brienz

Heute haben wir uns das entgegengesetzte Ende der beiden Seen angeguckt: Brienz. EIne freundliche kleine Stadt, die für ihre Holzschnitzereien bekannt ist.Hier startet eine dampfbetriebene Bergbahn zum Rothorn, deren Abfahrt wir uns angeschaut haben. Ein kuzes Video gibt’s hier: Link.

Am See standen kostenlose Liegestühle bereit, so dass wir den Rest des Tages badend, lesend und angelnd verbrachten. Sehr entspannt bei über 30 Grad.

Heute gab es den ersten Angelerfolg: ein viel zu kleiner Barsch, aber immerhin. Der durfte gleich im Wasser bleiben.

Brienz-Rothorn Bahn

Gletscherpipi

Heutiges Ziel: die Trümmelbachfälle. Hier fließt das Schmelzwasser von Eiger, Jungfrau und Mönch innerhalb des Berges in zehn Wasserfällen ins Tal. Beeindruckend. Video1 Video2
Manche Aussichtspunkte sind für die Fotoapparate zu feucht. Gut, dass wir ein wasserdichtes Handy dabei haben. Video3

Die Außentemperaturen von über 30 Grad lassen sich sonst nur am und im See aushalten, unsere Angelei beeinflusst den Fischbestand unverändert nicht.


Roller vom Niederhorn

Nach einem heftigen Trockengewitter in der Nacht kletterten die Temperaturen zügig wieder auf über 30Grad. Durch ein Bad im See erfrischt ließen wir uns mit Standseilbahn und Kabinenlift aufs Niederhorn fahren. Obern am Berg erwarteten uns ein herrlicher Blick ins Tal und auf die drei Gipfel von Jungfrau, Eiger und Mönch sowie eine bimmelnde Kuhherde (Video).

Heimwärts ging es eine Stunde zu Fuß und den Rest per „Trotti-Bike“. Ganz lustig. Video1 Video2

Das abschließende Baden und Angeln wurde durch ein aufziehendes Gewitter abgebrochen. Die Heimreise führte uns unerwartet komplett um den Thunersee, da die Straße durch einen umgestürzten Baum gesperrt war. Die herrlichen Blumen unserer Unterkunft erlagen einem heftigen Hagelschauer. Schade drum. Temperatursturz auf 13 Grad.

Luzern am Wegesrand

Heute stand der Wechsel in die zweite Ferienwohnung nach Churwalden in Graubünden auf dem Programm. Das Navi meinte, der schnellste Weg führt knapp an Luzern vorbei. Da nehmen wir uns doch gern nochmal Zeit für die schöne Stadt.
Uns erwartete ein buntes Gewimmel an der Seepromenade mit Fressbuden aus aller Welt (Streetfood-Markt). Wir haben uns für den Himalaya-Burger entschieden – lecker gekochtes Rindfleisch mit Gemüse in gedämpftem Hefebrötchen.

Frühstücksblick

Links noch ein Bild vom Frühstückstisch in Ringoldswil.

Chur im Regen

Der am Sonntag geöffnete Supermarkt versorgte uns mit frischen Brötchen und leckerem Käse. Die Berge hüllten sich in graue Regenwolken. Die Sonne versteckte sich den ganzen Tag.
Mit dem Postbus fuhren wir in die Kantonshauptstadt Chur. Die historische Altstadt war schnell erkundet. Es war wegen des Wetters dort auch nicht viel los.

Chur

Heidsee und Weltkulturerbe

Mit einer Genusswanderung um den Heidsee begann unser Urlaubstag. An diesem auf fast 1500m gelegenem Stausee ist ordentlich was los: Wassersport, ein Freibad, touristisches Gewimmel, romantische Feuerstellen. Unzählige Angler säumen den See. Der Fisch dazu wird mehrmals jährlich eingesetzt. Das ist wie angeln im Aquarium. Ansonsten ist der Ort stark auf Wintersport getrimmt und nicht unser Geschmack.
Dank ÖPNV-Flatrate sind wir seit heute mit Postbus und Bahn unterwegs. Zum Beispiel auf der Welterbestrecke der Rhätischen Bahn zum Landwasserviadukt. Damit erreichen wir unser ursprüngliches Urlaubsziel, die Züge auf den Brücken zu sehen.

Heidsee am Heidsee Landwasserviadukt

Landwasserviadukt in Bild und Ton

Bergsichten

Am frühen Morgen waren die Berge noch nicht zu sehen. Mittags auch nicht. Wir vertrauten der Vorhersage und hofften, über den Wolken grenzenlos freie Sicht zu haben. Die Rothornbahn brachte uns und unzählige Mountainbiker auf knapp 3000 Meter.

Der Berg ist voll von extra angelegten Fahrwegen mit allerlei Schikanen. In Kürze findet hier ein Mountainbike-Weltcup statt. Gut, dass wir das hier verpassen. Es ist so schon genug Rummel.

Oben auf dem Berg empfängt uns nun doch dichter Nebel und Reste von Schnee in einer ansonsten kargen Landschaft mit Permafrostboden. Unsere Tour führte uns bergab zum Urdensee und unglaublich steil wieder bergan zur Hörnlihütte. Für die 7km brauchten wir der vielen Fotostopps wegen fast vier Stunden und nahmen deshalb die Seilbahn wieder herunter. Von da aus erblickten wir endlich mal ein Murmeltier.

Den Zug haben wir um wenige Minuten verpasst und hatten eine Stunde Aufenthalt am See in Arosa. Das war nicht weiter schlimm. Den Anschluss in Chur verpassten wir um eine Minute, da der Zug fünf Minuten Verspätung hatte. WIr hätten nicht gedacht, dass uns das mal in der Schweiz passieren würde…


Mit Dampf über den Furkapass

Statt wie letztens mit dem Glacier-Express durch den Furka-Tunnel zu fahren, sollte es diesmal die Bahn über den Berg sein. Eine Dampfbahn, die nur im Sommer verkehrt. Im Winter liegen 7 Meter Schnee.
Der Wunsch dazu entstand vor zwei Jahren im Glacier-Express. Unsere Anreise erfolgte diesmal mit Bus und Zug und musste 6:10 am Bus beginnen. Das war zeitig und es regnete.
Rückblickend hat es sich jedoch gelohnt: die Fahrt durch grandiose Landschaften (Rheinschlucht), das Erlebnis Dampfbahn mit Zahnstangenantrieb, der Pass mit Schneeresten, das Herzblut der unzähligen ehrenamtlichen Helfer zu erleben. Die Sonne schien erst jenseits des Passes. Der Rhonegletscher, von dem nur nackter Fels zu sehen ist, hat dem Glacier-Express seinen Namen gegeben. In den 1920ern ging sein Eis bis zu den Bahnschienen.
Auf Nachfrage durfte Uwe sich auf dem Podest des ersten Wagens aufhalten. Die Lok hat nach hinten ein großes Fenster – das ist dann schon fast wie eine Führerstandsmitfahrt. Großartig! Video
Ein besonderes Erlebnis war ein technischer Defekt kurz vor dem Zielbahnhof: die Zahnstange am Bahnübergang wird abgesenkt, damit Autos die Gleise queren können, und angehoben, damit der Zug fahren kann. Diesmal schlug das Anheben fehl und letztlich mussten alle Passagiere die letzten Meter zu Fuß gehen. Die Lok stand jedoch sehr dekorativ in der Sonne.


Bahnlehrpfad

Die richtige Kombination für uns beide: Bahn und Lehr.
Zweieinhalb Stunden wandern – bergauf und noch viel mehr bergab – entlang eines tosenden Baches von Preda nach Bergün. Bei strahlendem Sonnenschein auf einem mit zahlreichen Infotafeln zur Welterbe-Bahnstrecke versehenen Wanderweg. Hauptattraktion ist die sich in zahlreichenden Schleifen durchs Gebirge windende Bahnstrecke mit unzähligen Viadukten und Brücken. Das ergibt wunderbare Fotomotive, wenn der Standort stimmt und gerade ein Zug auf einer schönen Brücke ist. Bei nur stündlich verkehrenden Zügen ist uns das nicht gelungen, dafür aber ein schönes Video auf der Heimfahrt über das Landwasser-Viadukt (Link).

Am heutigen Nationalfeiertag, der von den Schweizern gefeiert wird, wie bei uns Silvester, waren mehr Menschen unterwegs, als an den anderen Tagen. Seit Sonnenuntergang wird hier schon fleißig geböllert.


Bergün

Lago Bianco

Der letzte Tag hier in der Schweiz führte uns zum Lago Bianco. Wieder über die Welterbestrecke. Die passenden Bewegtbilder in umgekehrter Richtung zu gestern über das Landwasserviadukt: Video.

Vor zwei Jahren im Bernina-Express wäre Uwe hier in der Annahme eines Fotostopps fast ausgestiegen – wir hatten nur auf den Gegenzug gewartet. Christiane wäre da am liebsten gleich zum Wandern ausgestiegen. Diesmal sind wir mit dem Linienzug genau dafür hergefahren.
Auf dem Weg warteten freundlich bimmelnde Kühe auf uns: Video.
Die für heute angesagten zwei Sonnenstunden passten gerade zu unserer Anwesenheit, der darauf folgende Wetterumsturz ließ sich im heimwärts fahrenden Zug gut aushalten.


Salzburg

Leider nur im Regen.

Morgen geht es einen Tag früher als geplant nach Hause.

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