Schwedenmark 2023

Heiße Bahn zum Marzipan

Ein entspannter Urlaub beginnt auch entspannt. Gestern Abend hat es der ganze Kram nicht mehr ins Auto geschafft, da war das halt die erste Aufgabe für heute früh. Ein Auto lädt natürlich ein, mehr mitzunehmen als man so braucht. Doch der Touran hat für zwei genau die richtige Größe. Das Frühstück gab’s beim Bäcker in der Nähe.

Das
nach da
Frühstück

Das heutige Ziel war die Marzipanstadt Lübeck. Das Navi versprach 4,5 Stunden und mit kleineren Störungen und einer Pause waren es dann gut 5 Stunden. Die Außentemperatur kletterte auf bis zu 32,5 Grad, da war die auf 27 Grad eingestellte Klimaanlage angenehm kühl. Lübeck selbst ist ein schönes Städtchen mit einer rundum von Wasser umgebenen Altstadt, welche wir umgehend auf Schusters Rappen erkundeten.

Den ja eigentlich obligatorischen Bootsausflug wollten wir nicht in der Mittagshize erleben und verschoben das auf den Abend. Der Tag ging dann schneller rum als wir dachten – und abends fuhr kein Boot mehr. Stattdessen entdeckten wir kleine Boote von der Größe eines Ruderbootes, welche komfortabel elektrisch angetrieben und stundenweise zu mieten sind. Aber auch nicht mehr heute. Online nachgeschaut war der nächste Termin dann morgen früh um 9. Das wird ein zeitiges Frühstück…

Mitten im Zentrum befindet ich ein Marzipanmuseum mit freiem Eintritt. Es gibt aber auch wenig zu sehen. Den Zuckerberg in Form einer Marzipantorte ließen wir aus und konzentrierten uns auf für Kartoffelsalat ungeeignete Kartoffeln.

Für das Abendessen entdeckten wir einen Asiaten, bei dem wir ohne Reservierung fast keinen Platz bekommen hätten. Das Essen (Bowls – nicht zu verwechseln mit Bowle) war aber oberlecker.

Der Weg zum Hotel war dann recht kurz, unser Bummel in der Innenstadt summierte sich auf gut 14km.

Entspannt zum Strand

Aufstehen mit Wecker und Urlaub passen eigentlich nicht zusammen. Wir waren dennoch pünktlich am Bootssteg. Bei der gestrigen Buchung haben wir offenbar vergessen, das Häkchen bei „schönes Wetter“ zu setzen. Nun hatten wir den Salat – kräftige Regenschauer umrundeten mit uns die Altstadt.

Cool daran war – wir waren allein auf dem Wasser, mussten niemandem ausweichen und hatten gute Sicht auf die Sehenswürdigkeiten.

Zur Belohnung gönnten wir uns noch die im Reiseführer gelobte Marzipanschnecke.

Ein Katzensprung brachte uns zur Fähre. Dort ließen wir uns von ungesundem Fast-Food verführen. Nach 45 Minuten war die Überfahrt auch schon vorbei. Die letzten Meter zum Campingplatz führten tiefenentspannt über die Landstraße.

Jetzt sind wir am Meer. Das Zelt ist schnell aufgebaut, der Strand ist gleich um die Ecke. Ein Teil der Reisegruppe lässt es sich sich nicht nehmen, in die Fluten einzutauchen.

Die Ruhe und Abgeschiedenheit wird lediglich von der dänischen Luftwaffe gestört, die mit Kampfjets unglaublich enge Kurven am Himmel fliegt, anschließend mit den Triebwerken einen Höllenlärm erzeugt und hier offenbar für einen Luftkampf trainiert.

Die Kuh im See

Unsere heutige Etappe führte uns in die Mitte von Lolland nach Maribo. Der Ort liegt idyllisch im Naturschutzgebiet am See Søndersø. Wir haben gleich für zwei Nächte gebucht.

Eigentlich wollten wir die ruhige Lage am Binnensee nutzen, das Paddelboot auszuprobieren. Jedoch blies den ganzen Tag ein kräftiger Wind, so dass wir das Vorhaben auf morgen verschoben.

Alternativ suchten wir uns einen Angelplatz zu Fuß. In der Nähe wird der Schilfgürtel von einem kleinen Stück Strand unterbrochen. Dort wollten wir hin. Die Stelle war auch schnell gefunden, aber zu unserer Überraschung waren dort nicht andere Angler oder Badegäste, sondern eine Gruppe Kühe. Soweit wir das überblicken auch mit einem Bullen. Wir hielten also schon Abstand und fanden ein anderes Plätzchen.

Im See sind aber keine Fische und die Wasserqualität ist wegen der Hinterlassenschaften der Kühe und etlicher Vögel eher miserabel.

Am Nachmittag erkundeten wir den Ort zu Fuß und fanden eine Eisdiele. Schmeckt wie es schmecken muss – sehr lecker.

Kiss-and-go auf dänisch vor einer Schule

Jetzt fahr’n wir übern See, übern See

Die Nacht gab es tolle Sound- und Lichteffekte: ein kräftiges Gewitter zog über uns hinweg. Regen in allen Stärken, Blitz und Donner. Das Zelt blieb dicht, aber wir hatten nicht allzu viel Schlaf. Am Morgen wurde es lange nicht besser, so dass unser Tag mit dem Frühstück so gegen 11 begann.

Wir wollen ja heute über’n See. Langsam kam die Sonne zum Vorschein und der Wind mäßigte sich. Nach der ersten Testrunde komplettierten wir die Ausrüstung um eine Angel und die große Fahrt konnte beginnen. Der Kuhstrand war diesmal nur von Vögeln besucht, aber da waren wir ja schon. Unser Blick richtete sich auf eine Insel im See. Da mussten wir hin. Der Wind hatte inzwischen aufgefrischt, die Wellen bekamen Schaumkronen. Und mit jedem Paddelschlag landete eine Ladung Wasser auf dem männlichen Sozius.

Am Steg auf der Insel machten wir es uns gemütlich, trockneten und angelten so vor uns hin. Gegen Nachmittag ließ der Wind nach und wir kamen entspannt wieder zurück. Fische sind immer noch keine im See.

Unweit des Campingplatzes bekamen wir heute im Wald einen Troll vor die Linse. Zum Abendessen gab es Kartoffelpfanne mit Champignons. Die „nye Kartoffler“ hier sind immer wieder lecker.

Der Abend klingt in einem Strandkorb bei Windstille mit Blick auf den glatten See aus.

Verkopftes Stonehenge

Bevor wir Lolland Richtung Norden verlassen, wollten wir noch das touristische Highlight der Insel besuchen: Dodekalitten. Den diversen Reiseführern sollen angeblich 100.000 Besucher im Jahr hierher folgen. Wir also auch. Den ziemlich grimmig schauenden Gesichtern auf den Säulen kann man sich kostenfrei nähern, aber den besonderen Spirit des Ortes konnten wir trotz sphärischer computergenerierter Klänge nicht erfassen.

Trotz vorsorglich entsorgtem Flyer der ältesten Museumsbahn Dänemarks fuhr uns die kleine Dampflok mit ein paar Wagen zufällig über den Weg. Ein paar Bahnübergänge später hatten wir dann wenigstens ein paar Fotos im Kasten.

Unser heutiger Campingplatz bei Roskilde gehört zur Kategorie „extraschick“ und liegt direkt am Roskilde-Fjord. Wir hätten Fjorde und Dänemark bisher nicht miteinander in Verbindung gebracht.

Im Fjord gibt es leider auch keine Fische, das haben wir bei einem kleinen Angelausflug herausbekommen. Von der Zeltwiese des weitläufigen Campingplatzes hat man einen prima Blick aufs Wasser und kann vermutlich spektakuläre Sonnenuntergangsbilder einfangen. Uns treiben starker Wind und Wolken jedoch schon vorher in die Schlafsäcke.

Gehobene Geschichte

In Roskilde wurden seit den 60er Jahren mehrere vormals von den Wikingern versenkte Boote wieder ausgebuddelt, aufwändig konserviert und soweit möglich wieder zusammengebaut. Das Ergebnis ist im Wikingermuseum zu besichtigen. Vollständig ist keines der Boote. Im Außenbereich befinden sich dann noch schwimmfähige Nachbauten der Schiffe, die tatsächlich seetauglich sind und auf den Routen der Wikinger durch Nord- und Westeuropa schipperten. Unglaublich, wie viele Bäume für einen solchen Kahn dran glauben mussten. Große Handwerkskunst, die im Museum sehr anschaulich nachempfunden werden kann.

Ein lustiges Unterfangen ist es wohl, wie die Wikinger zu rudern. Zumindest sieht es von Ufer so aus: [Video]

Programmpunkt zwei auf unserer Liste war eine Fahrt mit dem Ausflugsschiff MS Sagafjord in den Fjord hinein. Leider waren alle Plätze ausgebucht und selbst der nette Kapitän konnte für uns nichts erreichen.

Mit Programmpunkt drei wurde es weltkulturerbig: der Dom zu Roskilde. Wer sowas mag (die Hälfte unserer Reisegruppe) kam voll auf ihre Kosten. Die andere Hälfte wundert sich über die Vielzahl der Grüfte und Grabmale. Knapp tausend royale und klerikale VIPs sind hier versammelt.

Selbst für die noch amtierende Königin Margrethe II. ist schon ein Plätzchen reserviert. Bisher ist es aber mit einer Sitzbank künstlerisch verhüllt und nur als Modell zu sehen.

Roskilde selbst ist ein hübsches Städtchen zum Wohlfühlen.

Wie von erfahrenen Dänemark-Urlaubern empfohlen, wagten wir uns heute an das Topping auf dem Softeis. Der Rieseneisbecher mit Kugeleis, Softeis, Sahne, Schaumzucker, Schokoladenüberzug und Marmelade hätte unter ausgewählten LeserInnen Aaahs und Ooohs hervorgerufen, war uns aber nach der leckeren Vorspeise eine Nummer zu groß. Aber auch die kleine Ausführung verordnete uns eine Verdauungspause am Kai.

Auf nach Schweden!

Gestern wollten wir eigentlich nur unsere Ankunftszeit im Ferienhäuschen am Montag abstimmen, da meinte die Vermieterin, wir könnten auch heute schon anreisen. Die Aussicht auf ein weiches Bett und einmal weniger Zelt-Auf-und-Abbau waren doch schon sehr verlockend.

Die 5 Stunden geplante Fahrzeit zogen sich dann doch bis in den Abend. Göteborg ist immer noch Großbaustelle und Großstaustelle, ansonsten war die Fahrt stressfrei.

Das Ferienhäuschen und die Vermieterin haben sich in den letzten 5 Jahren nicht verändert, wir fühlen uns sofort angekommen.

Unterwegs besorgen wir noch das Nötigste im Supermarkt und durften gleich mal erleben, wie es sich anfühlt, wenn die Kartenzahlung an der Kasse mit keiner der vorrätigen Karten funktioniert. Zum Glück war ein Geldautomat gleich um die Ecke. Die Schweden tun sich mit der vermutlich bald vollständigen Abschaffung des Bargelds keinen großen Gefallen, lag der Ausfall doch vermutlich am gestörten Internet-Empfang.

In obigem Bild ist eine kleine Auswahl der Köstlichkeiten aus dem Supermarkt. Bestellungen werden gern entgegengenommen. Blumen nur nach regionalem und saisonalem Angebot.

Es fühlt sich gut an, wieder hier zu sein.

Fisch- frisch auf den Tisch

… so zumindest der Plan.

Das Boot vom Vermieter war schnell startklar gemacht – und so ging es los auf den See. Straffer Wind erschwerte die Fortbewegung, so dass wir nach einigem Hin und Her die Leine am Steg festmachten, das Boot ein Stück treiben ließen und gemeinsam die Köder ins Wasser hielten.

Das Fischradar behauptet, der See sei voller Fische und es wäre nicht so einfach, den Köder unbemerkt zwischen ihnen zu platzieren. Unsere Köder jedenfalls blieben unbeachtet. Stattdessen zogen dunkle Wolken auf und es goss unvermittelt wie aus Eimern. Anlass genug, den Angelausflug abzubrechen, die nassen Sachen auszuziehen und einen Tee zu trinken.

Nach der Mittagspause klarte der Himmel kurzzeitig auf und wir gingen, ausgerüstet mit ordentlichen Regensachen, zurück zum Angelsteg. Aber in der Wetterküche wurde weiter gekocht: Dem kurzen Sonnenschein folgten wieder kräftige Regenschauer und danach wieder Sonne und so weiter.

In Wasser war auch gut was los – wie gestern Abend schon haben wir einige sehr kleine Barsche aus dem Wasser gezogen. Die durften wieder schwimmen. Ein etwas größerer, aber dennoch kleiner Barsch jedoch nicht. Der landete direkt auf dem Teller.

Blitz und Donner

… sind der Feind des Anglers.

Kurz nachdem wir heute Vormittag gut mit Regensachen ausgerüstet auf den See rausgerudert sind,  fing es an,  zu donnern. Ein Gewitter auf dem See ist nicht unser Ding und bei Gewitter angeln auch nicht.

Wir denken an alle, die derzeit zu Hause bei 30 Grad vertrocknen. Das Wetter ist schon ungerecht verteilt. Wir hatten heute unterwegs 13 Grad im Regenguss, ansonsten sind hier um die 20 Grad. Die Wiesen und Wälder sind saftig und grün. Bei unserem letzten Besuch vor 5 Jahren war auch hier alles vertrocknet.

So entschieden wir uns, Lebensmittel einzukaufen, was hier ein zweistündiger Ausflug ist. Und zum Einkauf nimmt man ja gewöhnlich weder Fotoapparate noch Fernglas mit. Aber wie es der Zufall will, sahen wir unterwegs tatsächlich endlich unseren ersten Elch in freier Wildbahn! Ziemlich weit weg und aufgrund ungeeigneter Technik fällt der Fotobeweis recht mager aus:

Im Supermarkt ist alles beim alten.

Am Nachmittag sah der Himmel eher sonnig aus und wir wagten einen neuen Bootsausflug. Nach langem erfolglosen Köderbaden hatte dann doch ein Hecht Mitleid mit uns und kam zu uns ins Boot.

Für Sachsen wäre er ein klein wenig untermaßig, aber schmecken wird er trotzdem

Petri Dank.

Ein schöner Tag am See

Heute sollte der erste Tag ohne Regen sein. Also ging es für uns direkt zum Ruderboot und damit auf den See. Der Wind blies kräftiger als vermutet, so dass wir ziemlich schnell ans gegenüberliegende Ufer getrieben wurden.

Mit femininer Muskelkraft ging es dann auch wieder zurück. Insgesamt ein paar mal kreuz und quer, einmal um die Insel rum, zum Ausruhen an den Steg und schließlich wieder zum Startpunkt, wo das Boot dann liegen durfte.

Auf dieser Strecke sollte es doch ein Leichtes sein, den gestrigen Fangerfolg zu wiederholen. Aber weit gefehlt- nix.

Auch der nachmittägliche Versuch am Steg blieb erfolglos. Selbst die Grundangeln blieben von den Fischen unbeachtet.

Insgesamt war es dennoch ein sehr erholsamer Tag an der frischen Luft, der einige Hautpartien in ein dezentes Rot färbte.

Teile der geschätzten Leserschaft bedauern das Schicksal des gestrigen Hechts. Weniger schlimm ergeht es den kleinen Barschen, die sich gern in unsere Köder verbeißen, aber für unsere große Pfanne zu klein sind. Die dürfen wieder schwimmen.

Leider ist heute der unser schönes Domizil vermietende Grundbesitzer aus Deutschland hier eingetroffen. Er ist Jäger und hatte nichts besseres zu tun, als sofort auf dem Grundstück auf selbstgebaute Zielscheiben rumzuballern. Nicht gefährlich für uns, aber störend. Und vermutlich können wir die Chance auf Tierbeobachtungen vor der Haustür damit vergessen.

Uddevalla ist eisfrei

… mussten wir bei unserem heutigen Tagesausflug feststellen. Nirgends ein anständiger Stand mit Softeis. Stattdessen mehrere Läden mit einem unglaublichen Angebot an Süßkram: der Riesenbecher für 10 Euro.

Den haben wir aber im Interesse unserer Gesundheit nicht genommen. Stattdessen gab’s ein Magnum aus der Gefriertruhe.

Uddala selbst ist keine allzu schöne Stadt,  hat aber außer einem größeren Industriehafen einen interessanten Weg an der Küste und am Felsen entlang.  Dieser Weg war das Ziel unseres Ausflugs.

Wer nicht wie wir auf Schusters Rappen oder mit dem kleinen Ausflugsboot unterwegs sein wollte, konnte sich am Kayakomat- also einem Kajak-Automat- völlig autonom ein Boot ausleihen und damit den Fjord erkunden. Bei dem heftigen Wind und 17 Grad für uns allerdings keine Option.

Tierfoto des Tages

Beim kurzen abendlichen Angeln vergewisserten wir uns, dass im See tatsächlich keine Fische in brauchbarer Größe drin sind.

Unser Held des Tages

auf nachfolgendem Bild. Vor einem Jahr in Schweden im Supermarkt angeschafft, nachdem ein Angler uns den Tipp gab: „Mit rot fängt man hier die Hechte“

Unser heutiger Tag sollte in Wesentlichen auf dem See stattfinden. Also genau genommen in der Zeit zwischen Frühstück und Kaffee (11-14 Uhr).

Der Wind blies moderat und wir ließen uns sanft über den See treiben. Gelegentliche Mini-Fische am Haken und ansonsten absolute Stille und Einsamkeit. Wir waren das einzige Boot auf dem See. Zu hören war nur ein immer wiederkehrendes „Ist das schön hier! “ der Ruderfrau.

Um nun nicht am Felsen des gegenüber liegenden Ufers zu zerschellen, brachte uns die Ruderfrau ganz entspannt eine große Runde auf dem See immer am Ufer entlang. Und siehe da: ganz am anderen Ende des Sees die ersten kräftigen Bisse.

Die Lebendfischfreunde der Leserschaft mögen obiges Bild nicht so gern sehen, aber für uns wird es eine wunderbare Mahlzeit.

Die Größe des Hechts erlaubt auch den Versuch der Filetierung. Na ja, da müssen wir noch üben. Aber zumindest sind alle Finger noch dran.

Ein Gedicht! Frischer geht nicht. Und leckerer auch nicht

Es kommt so oder so

irgend- oder nirgendwo…

Heute war der Fisch eher nirgendwo. Wir verbrachten dennoch einen wunderbaren Tag auf dem See. Die Wegaufzeichnung hat nicht ganz funktioniert, deshalb hier der Track (ca. 8km) mit kleinen Korrekturen:

Der Wind blies heute wesentlich stärker als gestern, so dass die Überfahrt zu den Fischgründen sehr sehr schnell vonstatten ging. Die Rückfahrt war dann entsprechend schwieriger [Video folgt]

Zum gestrigen Kommentar „ist das schön hier“ gleich noch ein Bild und ein [Video]

Ach ja, ein Tierbild gibt’s heute auch. Kanadagänse und Möven in trauter Eintracht. An denen sind wir heute windbedingt mehrfach vorbei gefahren bzw. getrieben.

Der wunderbare Ausklang des Abends fand im Haus der Gastgeber statt. Wir wurden zu Nudeln mit Pilzen und Wein eingeladen. Die vier Stunden verflogen im Nu und erst der Blick auf die Uhr mahnte zum Aufbruch.

Kontraste

Nach der gestrigen Angel-Nullrunde wollten wir eigentlich heute nicht mehr auf den See. Die Vermieterin würde sich aber sehr freuen, wenn wir mit dem Fischradar die Tiefe des Sees hier und da mal messen könnten. Also verbrachten wir den Vormittag mit wissenschaftlichem Auftrag im Ruderboot. Bei Sonne und bei Regen. An der Angel durfte ein anderer Köder als gestern mitreisen und der brachte uns zwei prima Barsche fürs Abendessen. Und einen zu kleinen Hecht, den wir wieder freigelassen haben.

Unsere Recherche ergab übrigens Wassertiefen bis zu 12 Metern. Die Kühe badeten -anders als gestern- inzwischen im 17 Grad warmen Seewasser am Gänsestrand. Nur der Wind in dieser Gegend ist immer noch ziemlich kräftig. [Video]

An Nachmittag machten wir uns auf zu einem Ausflug an die Ostküste: nach Smögen. Das war ein Tipp unserer Vermieter.

Der Ort ist klein und laut. Unglaublich viel Trubel, eine große Partymeile vor allem junger und scheinbar gutbetuchter Schweden und Norweger. Eine Yacht reiht sich im Hafen an die andere, teilweise mehrreihig geparkt. Schön ist anders und deckt sich mit unseren Erfahrungen von [2018] ganz in der Nähe. Heute hat zudem der ortsansässige Bootshändler eine Feierlichkeit und dazu offenbar auch Boote eingeladen, die unglaublich schnell sind, aber auch einen Höllenlärm verursachen, wenn sie draußen zwischen den kleinen Booten durchbrettern. Dazu ein kleines [Video], die Windgeräusche sind hier allerdings noch lauter. Also: Smögen muss man mögen -aber wir mögenS nicht. 😊

Ganz im Kontrast dazu ist der Blick auf die Schärenlandschaft. Gleich hinter dem Hafen gibt es ein paar Felsen zu erklimmen und es bietet sich ein schöner, aber auch bizarrer Blick.

Kulinarisch haben wir die nächste Eis-Stufe erklommen: Nötbomb oder Knäckbomb. Das ist ein Becher mit Kugeleis, darüber Schokosauce, dann Softeis und zum Schluss ein Topping aus Nuss-Splittern oder Krachstreusel. Insgesamt recht süß.

Für alle Fans amerikanischer Oldtimer wäre unser Ausflug an die Westküste ein Fest gewesen, denn scheinbar fand ein Treffen dieser Amischlitten- Besitzer genau dort statt. Uns begegneten jedenfalls eine Menge top gepflegter und blitzblank polierter Gefährte diese Art, auffallend häufig von langhaarigen Blondinen gesteuert. Unser Vermieter bestätigte, dass vor allem in den langen dunklen Monaten viele Schweden mit großer Leidenschaft und Gemeinsinn diese alten Karren aufmöbeln.

(Aufgrund extrem schwachen Internets erscheint dieser Beitrag etwas verspätet)

Auf ins Mückenparadies!

Heute stand die Reise zur neuen Unterkunft auf dem Programm. Knapp 500km als Tagesaufgabe. Zum Abschied noch ein Bild von unserem See, vielleicht können wir in 5 Jahren mal wieder hier her.

Die Reise zieht sich stundenlang mit Tempo 70 oder 90 durch eine immer einsamere Wildnis.

Wir durchqueren die Region Dalarna und machen in ihrer Hauptstadt Mora einen kurzen Stopp. Sie liegt am angeblich schönsten See Schwedens, dem Silian-See. Im Bild mit Regenbogen im Springbrunnen.

Unsere neue [Unterkunft] liegt am Ortsrand im Wald unweit des Sees und an einem kleinen Bach, der relativ viel Lärm macht. Mücken gibt es hier reichlich.

Sensationell

Der Plan für heute sah vor, mit dem zur Ferienwohnung zugehörigen Ruderboot den See zu erkunden und dabei ein fischiges Abendessen zu fangen. Das Boot war schnell startklar und ruderte sich auch viel leichter als das Boot der letzten Unterkunft. Der See war mit maximal 6m weniger tief als erwartet und hatte viele Stellen mit kaum einem Meter Wassertiefe – im kristallklaren Wasser waren die Steine am Grund gut zu erkennen. Die Ruderfrau brachte uns zum von uns aus gesehen kurzen Ende des Sees, wir sinnierten über die Fließrichtung und darüber, ob es vielleicht sinnvoller wäre, in die andere Richtung zu rudern.

Plötzlich rappelte die Angel und der Fisch begann, Schnur von der Rolle abzuspulen. Das musste was sehr großes sein. War es dann auch. Eine Forelle mit 71cm, aus der wir später 2kg Filets auslösten, war schon sensationell. Das reicht für zwei Abendessen ohne Sättigungsbeilage.

Beim Einholen des Fisches musste leider der Kescher dran glauben, so dass ein Ersatz zu beschaffen war. Gleich in der Nähe (60km) liegt das Orsa FiskeCenter, ein Put&Take Platz mit angeschlossenem riesigen Fachgeschäft für Angelzubehör aller Art. Wir kauften dann auch mehr als nur den Kescher…

Der Heimweg führt an einem lustigen Bahnhäuschen vorbei (rechtes Bild). Die Bahn selbst ist ein Schienenbus, den wir heute vormittag an See vorbeirumpeln sahen. Links unser Ferienhäuschen.

Morgen machen wir einen Wanderausflug, denn zum Angeln ist noch zu viel Fisch im Kühlschrank. Tipps gab es ja gestern im Kommentar. Vielen Dank.

Auf dem Holzweg

… ins B(ä)eerenparadis. Zur heutigen Wanderung setzten wir die Segel in Richtung [Hamra-Nationalpark], der hier quasi um die Ecke liegt. Da es schon am Morgen kräftig regnete, gab es aber erst einmal ein ausgiebiges Frühstück, bevor wir uns regensicher ausgerüstet auf den Weg machten.

Mit dem Hamra betraten wir eine faszinierende Urwaldlandschaft. Weder Axt noch Motorsäge haben hier im ältesten Teil des 1909 eingeweihten Nationalparks je ihr Unwesen getrieben. Fast 400 Jahre alte Kiefern überstanden fünf Waldbrände. Etwa die Hälfte der Nationalpark-Fläche besteht aus Moor.

Unser Einstieg in den Urwald begann auf einem Rollator-tauglichen Holzweg, auf dem wir trockenen Fußes den sumpfigen Wald durchqueren konnten. Nach kurzer Zeit wurde dieser jedoch abgelöst von Holzbohlen in unterschiedlichsten Verwitterungsgraden, die durch eine dichte und nasse Krautschicht führten.

Neben dem immer wieder einsetzenden Regen von oben meldeten so bald auch unsere Schuhe Wassereinbruch. Kurz vor Ende unserer Wanderung endete der Holzweg direkt im Sumpf, so dass wir knöcheltief im Morast steckten – aber das war dann auch egal.

Gleich zu Beginn entdeckten wir eine alte Bekannte aus Norwegen im Moos: die Moltebeere. Hier wächst sie als leuchtender Farbtupfer zwischen den Blau- und Schwarztönen von alles bedeckenden Heidelbeeren, verführerischen Rauschbeeren und den giftigen Krähenbeeren. Wer hier Blaubeeren sammeln will- was durchaus erlaubt ist- muss ganz schön aufpassen. Die Wachholderbeeren dagegen sind momentan noch grün.

Moltebeere
Heidelbeere
Rauschbeere
Krähenbeere
Wacholderbeeren

Fast alle Tiere des Moores verhinderten heute erfolgreich, von uns entdeckt zu werden. Nicht einmal Vogelgezwitscher war zu hören. Einzig das Sirren der Mücken war unsere Wandermusik. Dabei bietet der Nationalpark vor allem auch mit seinem Totholz unzähligen Lebewesen eine Nahrungsgrundlage. Gemäß Reiseführer ist der Elch der König der Moorlandschaft, und diese auch die Heimstatt vieler Bären. Wir können uns nicht vorstellen, wie schwere Braunbären durch den Sumpf patschen- einzig den Gemeinen Sumpfbären (lat. communis palus ursi) hätten wir hier erwartet, aber auch nicht angetroffen.

Heute nix

Wir legten heute einen Ruhe-und Lesetage bei überwiegend regnerischem Wetter ein.

Heute lernten wir außerdem unsere Vermieter kennen – ein junges Paar aus München, was gerade für immer hierher siedelt. Sie berichteten uns, dass es hier und in weiten Teilen Schwedens nach einem späten Wintereinbruch im Mai gar nicht mehr geregnet hat. Erst seit drei Wochen kommt regelmäßig Wasser von oben. Davon konnten wir uns in den letzten Tagen überzeugen.

Kein Fisch

Zum Abschied sollte es heute noch eine kleine Runde auf dem See sein. Da ist es schön, aber heute interessierte sich kein Fisch für unsere Köder. Das ist aber nicht schlimm, der letzte Fisch hat uns mehrere Tage satt gemacht.

Um nicht alle Bücher ungelesen wieder nach Hause zu bringen, verbrachten wir den Nachmittag lesend und bei einem Spaziergang.

Morgen geht es dann wieder Richtung Süden.

Rückreise I.

Die ersten 450km führten uns in entspannten 6 Stunden nach Mariestad. In Mora, wohin wir unseren Müll bringen sollten, lockte uns ein Baumarkt und nebenan ein Shoppingcenter zum Besuch.

Wir haben was gekauft. 😀

Ansonsten ist die Fahrt durchgehend mit Tempomat wenig aufregend. Mariestad ist ein hübsches kleines Touri-Städtchen am Vännern. Hier spielt die Musik an allen Ecken: auf den Campingplatz findet offenbar ein Treffen Akkordeon-spielender Senioren statt, im Hafen gibt’s Livemusik und nebenan gab es schon einen Soundcheck. Aber in der Heimat ist ja heute schließlich auch Kaisermania.

Rückreise II.

Wenig spannend war auch der heutige Tag mit dem Ziel, die Fähre am Abend zu erreichen. Nach einem nicht spektakulären Hotel-Frühstück führten uns knapp 500km nach Ystad. Kurz vor dem Ziel arbeiteten wir die Einkaufsliste ab und vertrieben uns die Zeit am Strand.

Die Heimatstadt vom Kommisar Wallander hat zwar einen hässlichen Industriehafen, ist aber wesentlich hübscher als Trelleborg. In den kleinen Gassen mit anheimelnden Fachwerkhäusern verstecken sich einige nette Restaurants, die gut besucht waren von viel schick gekleidetem Volk und natürlich kurvten auch hier die polierten Amischlitten mit lauter Musik durch die Straßen. Sehen und gesehen werden- schließlich ist Samstagabend.

Ungewöhnlicherweise mussten wir uns 90 min vorm Ablegen an der Fähre einfinden. Das Beladen ging dann vergleichsweise unprofessionell vonstatten. Statt ordentlicher Einweisung gab es auf der polnischen Fähre wahlweise Trillerpfiffe oder gelangweilt schauend Ordner. Auffallend: an Bord sind keinerlei Wohnmobile oder – Wagen. Ein Teil der Reisegruppe freut sich allerdings über das preiswerte und gute „Feierabendbier“.

Rückreise III. und Ende

Pünktlich 6:15 legte die Fähre im Hafen von Świnoujście an, nachdem wir eine ruhige Nacht erlebt hatten und die Sonne auf unserer Seite des Schiffs aufgegangen war. Unsere geplante Route war dann allerdings etwas schwieriger zu finden, denn es gab in Folge abgeschlossener Baumaßnahmen erhebliche Unterschiede im Straßenverlauf zwischen Navi und der Realität.

Ein leckeres Frühstück hab es für uns in Anklam in einer [Bäckerei] am Markt. Die restliche Fahrt nach Leipzig verlief bis auf einen 20-minütigen Stau störungsfrei.

Im Kreise der Familie klingt unser Urlaub dann wunderbar entspannt aus.

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