Norwegen 2025

Die Zweierbande fährt nach Jütland

…und wird dort vom Winde verweht. Doch dazu später.
Unsere diesjährige Reise soll – wie letztes Jahr beschlossen – mit dem Wohnmobil erfolgen. Ein sogenanntes Teilintegriertes, also das Fahrerhaus eines Transporters und hinten eine Art Wohnwagen. Da ist mehr Platz drin als im Kastenwagen. Rico war so lieb und hat uns ein sehr passendes Mietobjekt vermittelt.

Unsere Aufgabe für den Sonnabend bestand nun darin, den Touran mit Gepäck bis unters Dach vollzustopfen und alles in Leipzig in das Wohnmobil zu verladen. Vorher noch den Garten gießen und das Haus putzen, damit es die nächsten Wochen auch schön sauber aussieht.
Den Abend verbrachten wir mit einem feinen Abendessen in gemütlicher Runde.

Heute starteten wir mit einem wunderbaren Frühstück in den Tag und anschließend auf die Autobahn. Vielen lieben Dank an die Leipziger für die Rundumversorgung und den damit entspannten Urlaubsbeginn! Die Fahrt war wenig aufregend und wir erreichten Dänemark am Nachmittag. So reifte der Entschluss, noch ein gutes Stück nach Norden und an die Westküste zu fahren – auf den Campingplatz unseres ersten gemeinsamen Urlaubs.
Das gut motorisierte und erfreulicherweise mit Tempomat und Automatikgetriebe ausgestattete Auto wühlte sich mit Leichtigkeit und großem Durst durch den in starken Böen wehenden dänischen Wind. Nur das Spurhalten gestaltete sich zunehmend schwierig, da der Wind mit ca. 20m² Segelfläche schon seinen Spaß hat.

Am Abend erreichten wir DAS MEER – vom Wind schon kräftig aufgewühlt. Zum Baden ungeeignet, aber wir sind gern hier. Ein kleiner Blick auf die Wellen im [Video].

Morgen werden wir den Strand wieder besuchen, ein wenig einkaufen – und uns dann am Abend an der Fähre einfinden. Viel Fahren müssen wir dahin nicht.

Kleine Schiffe

sind nicht so unser Ding. Aber große Fähren mögen wir schon sehr. Die gestrige Fahrerei hat uns heute einen entspannten Vormittag am dänischen Strand beschert. Etwas steinig, aber menschenleer. Die Wellen lockten uns ins Wasser und sorgten für großes Badevergnügen.

Weiter im Programm standen ein kleiner Einkauf und die Fahrt zur Fähre. Alles schnell erledigt, so dass wir ziemlich zeitig in der Warteschlange standen. Zu unserer Überraschung dürften wir dann auch sehr zeitig aufs Schiff – als Lückenfüller in der allerhintersten Ecke. Das haben wir so noch nicht erlebt. Dafür wurden wir von der Zimmercrew persönlich begrüßt und hatten auf dem Sonnendeck freie Platzwahl.

Nun warten wir auf die Fahrt nach Bergen. Wir haben morgen ein Frühstück gebucht und werden so gegen 13 Uhr in Bergen sein.

Der Regenmacher

trieb heute sein Unwesen in Bergen und so wurden wir von Norwegen kalt, nebelig und feucht begrüßt. Deutlich angenehmer, aber leider viel zu kurz fiel die Begrüßung einer Gruppe Schweinswale aus, die für einen Moment das Schiff begleiteten.

Die vergangene Nacht auf der Fähre war dank des glatten Wassers sehr entspannt und wir konnten mit großem Appetit frühstücken. Zum Frühstück hatten wir von 9-10:30 Uhr Zeit. Mehr als ausreichend. Wir waren allerdings überrascht, dass alle Kabinen bereits 10 Uhr geräumt werden müssen, obwohl das Schiff bis 13 Uhr unterwegs ist. Das wiederum erklärt, warum gestern beim Check-in alle Kabinen schon fertig waren…

Wir nutzten die Zeit, um erste Reisepläne zu schmieden. Da wir Bergen schon mit reichlich Sonne kennengelernt haben, konnten wir die Stadt heute schnell in Richtung Norden hinter uns lassen. Weit fahren wollten wir allerdings nicht.

Unser heutiger Campingplatz am Sognefjord nahe Brekke ist ein Traum am Wasser. Wir haben einen Stellplatz in der ersten Reihe und vor lauter Freude auch das Schlauchboot klar gemacht. Das Angeln war allerdings nicht erfolgreich, wir hatten aber eine schöne Ausfahrt, die vom aufkommenden Wind mit zugehörigen ordentlichen Wellen beendet wurde.

Hier ist auch Glamping (sehr komfortables Camping) möglich. Wir finden die Bubble ziemlich albern, da von allen Seiten einsehbar und jetzt auch noch mit Jahrmarktsbeleuchtung. Die Sonne geht hier kurz vor 23 Uhr ziemlich dramatisch unter und unser erster Tag in Norwegen zu Ende.

Nordwärts

Hier noch Impressionen von unserem gestrigen Campingplatz – wir lagen dann doch eher in der Koje als die Sonne.

Nach einem schönen Frühstück in der Sonne und ein paar Versuchen folgenlosen Köderbadens machten wir uns wieder auf den Weg. Das nächste Ziel soll die Vogelinsel Runde an der Westküste sein – an einem Tag jedoch nicht zu erreichen. Nun stand also erst einmal die Frage, für welche der attraktiven Strecken wir uns entscheiden sollten. Wir wählten die E39, auch, weil unsere Gefährt gut ausgebaute und etwas breitere Straßen mag. Es ist schwierig, viel Sehens- und Besuchenswertes am Weg links oder rechts liegen zu lassen. Aber manches nahmen wir auch mit, wie z.B. den Huldefossen-Wasserfall

oder einen Skulpturenpark in Byrkjelo. Bei manchen Exponaten fragten wir uns schon, ob das Kunst ist oder weg musste. Und so rollten wir bei wunderschönem Wetter durch sagenhafte Landschaft, die Stunden vergingen im Flug.

Unseren Übernachtungsplatz fanden wir östlich von Nordfjordeid am Hornindalsvatn. Das ist mit 514m Europs tiefster Binnensee. Zum Abendbrot gab es Lachs aus dem Supermarkt in Abendsonne.

Uns fielen auf dem Weg sehr viele Fischfarmen auf. Hier im See zu angeln, verwarfen wir allerdings recht schnell beim Lesen der Hinweisschilder auf dem Campingplatz: Hier grassiert nämlich Gyrodactylus salaris, ein gefährlicher Lachsparasit, der die Bestände arg bedroht. Das verwendete Angelequipment, aber auch Boote und Paddel müssen vor dem Einsatz in einem anderen Binnengewässer desinifiziert werden. Von gefangenen Fischen müssen einzelne Schuppen per Post eingesandt werden. Da soll noch jemand sagen, Angeln in Deutschland sei kompliziert…

Übersetzt:
Die staatliche Verwaltung hat allen Lachs- und Wolfsbarschfängern geraten, von allen Fischen über 0,5 kg Schalenproben zu nehmen. Die Muschelprobenentnahme wird von Rådgivende Biologer AS organisiert.
Schalentiere sind für die Fische „Reiseschriftsteller“ und geben viele Informationen preis. Man kann sehen, wie alt der Fisch war, als er aus dem Fluss kam, wie viele Jahre er im Meer war und man kann die Länge des Fisches in verschiedenen Altersstufen berechnen. Das Lesen der Schale ist die einfachste Methode, um zwischen wilden und wilden Lachsen zu unterscheiden. Schalenproben können auch für genetische Analysen verwendet werden.
Die Schalenprobe ist seitlich am Fisch oberhalb der Seitenlinie zwischen Rücken- und Fettflosse zu entnehmen (vgl. Abbildung). Zuerst den Schleim mit einem Messer abkratzen, das Messer abwischen und anschließend mit der Messerklinge in Richtung Vorderseite des Fisches schaben. Wenige mit vielen Muscheln, mindestens 20 Stück. Stechen Sie die Messerklinge in den Schildumschlag, klemmen Sie den Umschlag fest an das Messer und ziehen Sie das Messer heraus. [..]
Achtung! Halten Sie die Muschelhülle luftig, damit die Probe gut trocknen kann.
Wir brauchen Schutz vor möglichst vielen Fischen, sowohl vor Wildlachsen, Updrett-Lachsen, Meerforellen, Regenbogenforellen als auch Pukke-Lachsen. Wenn Sie markierte Fische finden, müssen auch diese Fische beprobt werden. Gleichzeitig müssen die Informationen zur Markierungsnummer an die zuständige Behörde (auf der Markierung angegeben) zurückgesendet werden. Beachten Sie auch die Etikettennummer auf dem Muschelumschlag. Nutzen Sie für solche und weitere Beschriftungen ggf. die Rückseite des Umschlags.
[…] www.radgivende-biologer.no

Runde auf Runde

Unser heutiges Ziel war die Vogelinsel Runde an der Atlantikküste. Der Weg dahin führte an malerischen Fjorden entlang. Wir bewunderten riesige Brücken mit mehr als 20m Durchfahrtshöhe. Die letzte Brücke zur Vogelinsel ist besonders spannend bei der Überquerung, denn es gibt nur eine Fahrspur und keine Ampel.

Laut Reiseführer brüten bis zu 700.00 Seevögel hier – in 200 Arten. Eingefangen werden sie nur von unzähligen Menschen mit riesigen Teleobjektiven. Wir beobachteten etliche Fotografen, die auf irgendetwas warteten, so wie beim Füttertreffpunkt im Zoo.
Der Zugang zum Vogelfelsen verschaffte uns eine schöne Wanderung von 7km mit 450Höhenmetern. Wir haben zwei Stellen gefunden, von denen man von weit weg oder von ganz weit weg fotografieren kann. Dafür ist unser Equipment nicht gemacht. Und Zugvögel sind gerade auch keine da.

Die Schafe der Insel strahlen eine unglaubliche Entspanntheit aus.

Und ebenso entspannt, vom frischen Wind durchgepustet und voller schöner Eindrücke verließen wir die Insel und machten uns auf die Suche nach einem Nachtstellplatz, was beim zweiten Anlauf ein schöner Campingplatz an der E39 nach Norden wurde. Hier stärkten wir uns während eines Regenschauers mit Tinas leckerem Pesto auf Spaghetti.

Brückentag

Heute wollten wir es bis nach Trondheim schaffen. Ein ambitionierter Plan, da wir aufgrund der mitternächtlichen gestrigen Angelei erst spät aus den Federn kamen. Der Reiseführer schlug zwei Routen vor. Wir entschieden uns für die vollmundig beworbene Atlantikstrasse an der Küste entlang. Die ist zwar etwas länger, als die gut ausgebaute E39, versprach aber grandiose Aussichten. Na ja. Wer die Schärenwelt Schwedens kennt, wird hier nicht gleich vom Hocker geworfen. Die entscheidenden 8km sind im [Video] in 47 Sekunden anzusehen.

Der für die Routenführung verantwortliche Teil der Reisegruppe haderte mit der Entscheidung, denn schon wieder war der Tag mit Autofahren gefüllt. Die Landschaft wurde gemäßigter, aber immer noch wunderschön.

Westlich von Trondheim fanden wir einen Nachtplatz direkt am Fjord. Direkt nach dem Abendessen zogen wir noch zwei schöne Pollacks aus dem Wasser. Und einen untermaßigen Dorsch, den haben wir aber wieder freigelassen.

…und hier noch die Brücken zum Brückentag. Die große Brücke ist die Gjemnessundbrücke und war (zu ihrer Bauzeit 1992) die längste Hängebrücke Norwegens. Die blaue Brücke ist auch ganz hübsch (und nur für ganz flache Schiffe).

Nordkap-Rallye auf der E6

Der Reiseführer empfahl heute einen wunderbaren Umweg an der Küste entlang, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Sowas hatten wir gestern schon probiert – und entschieden uns für die Variante E6 (laut Reiseführer Nordkap-Rallye). Wir erreichten jedoch ganz entspannt die (nördlichste) Provinz Nordland.

Die Landschaft wurde nach Norden hin zunächst mittelgebirgig und später kamen schneebedeckte Berge in Sicht. Über weite Strecken floss ein gut gefüllter hübscher Fluss neben der Straße. Und mangels Fjorden nahm auch die Anzahl von Brücken und Tunneln drastisch ab.

Unser Nachtlager schlugen wir in der Stadt Mosjøen auf. Der Fjord war einen kleinen Spaziergang von 2,5km Länge entfernt. Flussangeln wäre direkt um die Ecke, aber auch hier gelten strenge Desinfektionsvorschriften – inklusive mitzuführender Bescheinigungen. Wir entnahmen dem Atlantik drei Pollaks und beobachteten gegen Mitternacht einen schönen Sonnenuntergang.

Im Ort fanden wir einen Hinweis, dass genau hier die Mitte Norwegens wäre. Außer einem schiefen Schild ist nichts weiter zu sehen – und vermutlich ist es auch falsch.

So langsam passt sich unser Tagesrhythmus an die veränderten Lichtverhältnisse an. Beim Erstellen des Beitrags gegen 1 Uhr braucht man keine Lampe…

Polar-Kreis-Eis

Nun haben wir bei bestem Sonnenschein den Polarkreis überwunden.

Unterwegs entdeckten wir weitere schöne Fleckchen hier im Norden.

Am Polarkreis gab’s dann den erwarteten Trubel. Der riesige Parkplatz war ausreichend, aber gut gefüllt. Große Hinweistafeln erklärten in vielen Sprachen, warum keine Steinpyramiden gebaut werden sollen. Viele Menschen können offensichtlich nicht richtig lesen:

Wir genossen unser Picknick und erfreuten uns am Schnee im Juli.
Unsere heutige Unterkunft ist ein traumhafter Platz am Fjord in Rognan, ca. 100km weiter nördlich. Wir haben für drei Nächte gebucht und machen jetzt erstmal Urlaub von der Fahrerei. Weiter nördlich reisen wir voraussichtlich nicht mehr.

Die Angelei im Fjord mit dem Schlauchboot begann vielversprechend: schon nach kurzer Zeit biss ein vermutlich großer Fisch an – und riss die komplette Montage einfach ab. Schade. Hier passt das Equipment nicht so ganz.

Eine Mitternachtssonne gibt es vermutlich leider nicht zu sehen, denn die gegenüberliegenden Berge werfen Schatten.

Heute mal nix

Passend dazu fanden wir in der Umgebung dieses feine Exemplar:

Der Tag begann mit einem späten Frühstück und einem Spaziergang in den Ort (Rognan).
Gleich um die Ecke steht Haagensens Werkstatt. Die Betonbausteine wurden mit Hilfe einer in den USA gekauften Form hergestellt. Auf den ersten Blick nicht als Beton zu erkennen.

Eine Kirche gibt’s auch:

Im Hafen liegt ein Walfangschiff. Norwegen lässt es sich nicht nehmen, unsinnig hohe Walfangquoten festzulegen und den Fang teilweise auch zu subventionieren. Trotzdem bricht dieser Industriezweig schon seit längerem zusammen – niemand will das Fleisch haben. Walkadaver müssen aufgrund der Schadstoffbelastung als Sondermüll entsorgt werden.

Von den letzten Tagen noch ein paar schöne Tierbilder.

Der Fischfang heute erfolgte mit verbessertem Material, aber ohne Erfolg. Es war aber auch trotz Sonnenschein ungemütlich kalt und windig auf dem Wasser.

Angeln mit Aussicht

– aber aussichtslos. Kein Interessent für unsere Köder.

Heute verbrachten wir viel Zeit auf dem Wasser. Interessanterweise dachten wir früher beim Handangeln am Fjord: Ein Boot müsste man haben. Nun haben wir ein Boot und haben unsere Fische allesamt vom Ufer aus gefangen…

Die aktuelle Route unten im Bild [Link]. Wir sind schon zeimlich im Norden. Morgen halten wir dann unsere Fahne in den Wind und lassen uns treiben..

Mitternachtssonne in der Kulturhauptstadt

Für eine schöne Mitternachtssonne sind drei Voraussetzungen erforderlich:
[X] Ort
[X] Zeit
[_] Wetter
Um so viel wie mögliche Voraussetzungen zu erfüllen, befinden wir uns heute in der Nähe von Bodø, der Kulturhauptstadt von 2024. Unser Stellplatz ermöglicht einen wunderbaren Blick nach Norden, der Termin passt gerade so auch noch – jetzt brauchen wir noch einen einigermaßen klaren Himmel. Den gibt’s heute leider nicht, obwohl wir einen strahlend schönen Tag erlebten.

Die zeitige Anreise verschaffte uns viel Zeit am Nachmittag, die wir mit einer 17km-Wanderung nach Bodø gut ausfüllten. Der kurze Weg über den Berg beglückte uns mit 240 Höhenmetern.

Bodø selbst gibt architektonisch nicht viel her, da es von unseren Vorfahren dem Erdboden gleich gemacht wurde, aber hier gibt’s viel Gegend.

Auf dem Weg lief uns noch dieser possierliche Vogelfutter-Räuber über den Weg.

Wellenreiten Richtung Lofoten

Mit dem Auto auf die Lofoten zu fahren, hatten wir inzwischen verworfen. Die herzliche Empfehlung unserer Leserschaft ließ uns nach Alternativen suchen – und es reifte die Idee einer Tagestour zu Fuß. Um sicher einen Platz auf der Fähre zu bekommen, begann unser Tag sehr früh – die Fähre legte 6 Uhr ab. Eher zufällig entdeckten wir die interessante Preisgestaltung der Überfahrt (einfache Fahrt für 2 Personen):
Reservierung mit Auto: 150 EUR
Reservierung als Fußgänger: 85 EUR
Sich von ’sold out‘ nicht irre machen lassen und einfach auf die Fähre gehen: 0 EUR.
Wir wählten ungläubig die 0-Euro-Variante und hatten insgesamt 6 kostenlose Stunden auf der Fähre.
Das Meer empfing uns grummelig mit schwarzen Wolken und einem Wind, der nach dem Hut greift. Die kleine Fähre tanzte auf den Wellen, die ein echter Seebär allerdings noch als glatte See beschreiben würde.

Die Lofoten empfingen uns mit Nieselregen und dunklen Wolken, so dass die aus den Reiseführern gewohnten Bilder nicht zu finden waren. Wir erkundeten den Süden der Insel zu Fuß und mit dem Bus.

Zurück in Bodø lachte die Sonne.

Nun müssen wir aber langsam mal zurück in den Süden.

Ziemlich viel für einen Tag

Kürzlich haben wir den Auftrag erhalten, den Saltstraumen, den stärksten Gezeitenstrom der Welt, zu besuchen. Das lag an unserer Route – wir mussten nur die Weckzeit auf sehr zeitig einstellen, um einigermaßen zwischen Ebbe und Flut dort zu sein (da ist der Effekt am größten). So ging es dann ohne Frühstück kurz nach 5 Uhr los. Wir waren bei leichtem Nieselregen die einzigen auf der Brücke und genossen diesen atemberaubenden Anblick von oben.

Wer gern meditieren möchte, kann sich dieses [Video] ansehen (500MB, WLAN empfohlen)

Auf dem frühen Weg zum Strudel sahen wir zu unserer Überraschung echte Elche am Straßenrand. Hier ein Symbolbild:

Gemäß Reiseführer ist das Gebiet um den Saltstraumen der norwegische Angelhotspot schlechthin, denn die Fische werden durch das immense Nährstoffangebot angezogen. Keine Frage – das mussten wir testen. Und tatsächlich hatten wir in kurzer Zeit 6 schöne Seelachse am Haken (Fachleute nennen die auch Köhler). Ausgenommen zusammen 2 kg. Damit ist unser Essen für die nächsten Tage gesichert.
Viele Fische ziehen auch viele Fischfresser nach sich. Die Gegend ist von Möwen überbevölkert, die sich dann um die Fischabfälle streiten [Video].

Wir mussten aufgrund der vielen Fische unsere Angelei recht bald einstellen und frühstückten danach erstmal. Dem Navigator ist bei der Planung der Route nach Süden jedoch ein Fehler unterlaufen, so dass wir einen ziemlich großen Umweg entlang der Küstenstraße fuhren. Das war aber insgesamt eine wunderbare Sache, denn so konnten wir die vermutlich schönste öffentliche Toilette Norwegens kennen lernen. Zudem passierten wir den Gletscher Svartisen und waren von der Landschaft begeistert.

Den Polarkreis überquerten wir diesmal auf einer Fähre. Völlig unspektakulär. Nun wird es nachts ein wenig dunkler.

Das Bier kommt wieder in den Kühlschrank..

..denn auch hier klettern die Temperaturen auf 27 Grad (mit viel Sonne).

Nach ein paar kleinen Besorgungen am Vormittag rollten wir noch ein Stück nach Süden. Unser neuer Platz liegt in Namsos, ca. 200km vor Trondheim. Die aktuelle Route ist unter dem Link zu finden.

Hier ist es an einem kleinen See sehr gemütlich und wir haben gleich für 2 Nächte gebucht. Die Fahrt brachte wenig Aufregendes, deshalb hier noch ein paar Bilder mit Blumen und Pflanzen der letzten Tage.

Waschtag

für Mensch und Material. Hochsommerliche Temperaturen und die Lage direkt am (sonntags gut besuchten) Badesee trieben einen Teil der Reisegruppe ins Wasser und unsere Wäsche in die Maschine.

Die Idee, hier zu angeln, war nur im ersten Moment gut. Unter inatur.no lassen sich für alle Angelquartiere Lizenzen erwerben und Bestimmungen finden. Die Bestimmungen für den Namsen beinhalten umfangreiche Meldepflichten und den fürs Binnenland obligatorischen Desinfektionsnachweis. Wir denken, Inlandsangeln in Norwegen steht nicht mehr auf unserer Interessensliste, obwohl gerade hier ziemlich große Fische gefangen werden können.

Zum Abendessen gab es die vorerst letzten Fische – diesmal geräuchert und oberlecker mit Tzaziki.

Funfact:
Obwohl Norwegen nicht in der EU ist, haben sich auch hier die unverlierbaren Einwegdeckel durchgesetzt.

Verkehrte Welt

Da flüchten wir vor der Sommerhitze weit nach Norden, um dann doch von ihr eingeholt zu werden, während zu Hause 20° sind.
Unser heutiger Platz hat auf dem Papier alles, was man braucht: erste Reihe am Fjord, Angelmöglichkeit und gute Sanitäranlagen.
Dennoch fühlen wir uns nicht so richtig wohl – das ist hier ein Hotspot für deutsche Intensivangler, die mit dem Boot rausfahren und kiloweise Filets mit nach Hause nehmen.
Unsere Angelei vom Ufer war bisher nicht erfolgreich.

Die Einrichtung hier ist für die Vielangelei angelegt – es gibt Vorschriften, wo auf dem Wasser die Fischreste zu entsorgen sind. Und es gibt ein Schlachtehaus.

Nun noch ein Bild davon, wie dieser Blog so entsteht:

Die Sonne geht 22:30 unter – bei 24 Grad.

Gastmahl des Meeres

Unser gestriges Nachtangeln unter Berücksichtigung der Flut brachte nicht nur eine wunderbar ruhige Stimmung am Wasser, sondern auch zwei prima Dorsche und als Beifang einen Pollack.

Gut angerichtet aßen wir heute den ersten Dorsch (der nur ohne Kopf in die Pfanne passte) und räucherten die beiden anderen Fische.

Wir freuen uns schon auf die Räucherware, denn in den nächsten Tagen kommen wir nicht mehr zum Angeln. Na vielleicht heute Nacht nochmal. Aber nur einen Fisch…

Den Tag verbrachten wir lesend und ein Teil der Reisegruppe auch badend.

Die deutsche Zeltplatz-Community hat sich heute zum Grillen verabredet und jeder hatte mindestens eine Flasche Alkohol dabei – bei derzeit immer noch 35 Grad zeigt das sicher bald Wirkung.

Königsweg-Caravane

Um Oslo deutlich näher zu kommen, fuhren wir die E6 ohne Abstecher. Wir waren nicht die Einzigen. Die heutige E6 war früher der Königsweg.
Der Weg war eine der wichtigsten Verbindungen zwischen Süd- und Mittelnorwegen. Er verband die Hauptstadt Oslo mit der Krönungsstadt Trondheim, wo sich der Nidarosdom befindet – die traditionelle Krönungsstätte norwegischer Monarchen. Könige des Mittelalters, Beamte des dänisch-norwegischen Königshauses und sogar Wikingerhäuptlinge nutzten diese Route. Besonders bekannt ist der Abschnitt über das Filefjell, der im 18. Jahrhundert zur ersten fahrbaren Straße mit Pferd und Wagen zwischen Ost- und Westnorwegen ausgebaut wurde. Der Weg war auch Teil der Poststraße und wurde für militärische und diplomatische Zwecke verwendet.
Die Route wurde später zum Pilgerweg, und heute ist sie ein Kulturdenkmal und Wanderweg, der die Geschichte Norwegens erlebbar macht. Und die E6 läuft in Teilen auch da lang.
Die Landschaft bietet weite Flächen eines Hochmoores mit Blick auf schneebedeckte Gipfel.

Nun sind wir für 2 Tage in Lillehammer. Dier aktuelle Route gibts hier.

Die Beeren sind los!

Der heutige Tag versprach zunächst wenig Aufregendes. Vielleicht schauen wir uns das Stadtzentrum von Lillehammer an, vielleicht baden wir, vielleicht gehen wir wie vor ein paar Jahren zur Sprungschanze und schauen nach Heidelbeeren.
Mit dem Boot auf dem See rumfahren ging mangels günstig gelegener Slipstelle nicht. Ein letzter Check nach den hier geltenden Angelregeln brachte jedoch eine Überraschung: Das Angeln im Mjøsa ist kostenlos und unterliegt nicht den bisher vorgeschriebenen Desinfektionsregeln. Es gibt lediglich ein Mindestmaß von 50cm für Forellen. Also suchten wir eine Slipstelle und fanden sie gerade so machbar in der Nähe des Stellplatzes.

Die Sammelei der Heidelbeeren war schnell erledigt. Ein hier üblicher Heidelbeer-Kamm (Kindergröße) kam testweise zum Einsatz, hat sich jedoch nicht bewährt. Zwar geht das Pflücken damit sehr schnell, es landen jedoch zu viele Blätter und unreife Beeren im Körbchen. Die Beeren werden mechanisch mehr beansprucht und die Büsche sehen danach auch ziemlich gerupft aus. Dieses Jahr stellten wir außerdem noch fest, dass hier in der Gegend offenbar gewerbliche Beerenjagd stattfindet – viele Büsche waren komplett leer-gekämmt.
Die Bootstour am Nachmittag und Abend war sehr entspannend, brachte jedoch keinen Angelerfolg. Wir vermuten, dass das Angeln deshalb kostenlos ist, weil keine Fische im See sind.

Noch ein Nachtrag zu gestern. Hier im Wintersportort wird auch im Sommer fleißig trainiert, zum Beispiel mit Inlinern auf öffentlichen Straßen. Bergab werden dann auch gern fast 50km/h erreicht [Video].

Affenhitze in Oslo

Die heutige letzte Etappe hier in Norwegen führte uns knapp 200km bis nach Oslo. Wir fanden einen Platz in der Nähe des Hotels, wo wir bisher auch vor der Fähre übernachtet hatten. Die App für die Metro war noch aktiv, so dass wir die Innenstadt nach kurzer Fahrt erreichten.
Es war drückend heiß und wir beabsichtigten, ein Soft-Eis zu vernaschen. Leider fanden wir nur Kugeleis und hatten keine Lust mehr, in der Hitze weiter zu suchen.

Entlang des Ufers in Opern-Nähe badeten unzählige Menschen an zum Teil bewachten Badestellen – mitten in der Stadt. Der überwiegende Teil der Sonnenbader war allerdings noch recht wenig gebräunt – so lange scheint das Wetter hier noch nicht freundlich zu sein.

Die Badehäuschen hier sind motorisiert und ein ganz mutiges tummelte sich in der Nähe einer großen Fähre oder fuhr sehr dekorativ vorm Opernhaus vorbei.

Den Abend verbrachten wir badend am See in unmittelbarer Nachbarschaft des Stellplatzes. Ein kurzer Regenschauer sorgte hier für angenehme Kühle. Morgen geht es dann auf die Fähre.

Die heiße Schlacht am heißen Buffet

Heute sorgte das Navi auf dem Weg zum Hafen für etwas Abwechslung, indem es uns ohne sichtbaren Grund durch ein Wohngebiet mit viel zu schmalen Straßen führte. Zum Finale gab es eine Durchfahrt mit 3,20m lichter Höhe, das Auto benötigt 3,10m. Glücklicherweise passte alles, solche Schäden bezahlt die Versicherung in der Regel nicht. Die Brücke zeigte an ihrer Unterseite unzählige Spuren übertriebenem Optimismus.

Super-pünktlich im Hafen hatten wir alle Zeit der Welt, unsere Sachen zu sortieren und einzupacken. Das Verladen der Autos haben wir allerdings noch nie so unprofessionell erlebt: normalerweise werden die Autos nach Größe in Spuren sortiert und anschließend ganze Spuren auf das Schiff geschickt. Heute ist da was schief gelaufen, so dass einzelne Autos aus dem hinteren Feld losgeschickt wurden. Auf der Fähre sind Wohnmobile selten und wir waren die fünftletzten, die an Bord durften. Damit war ausgeschlossen, auf dem Sonnendeck noch einen schönen Platz zu ergattern. Unsere Kabine lag allerdings erstklassig am Heck des Schiffes mit einem wunderbaren Blick nach Achtern.

Wie ließen uns Zeit, duschten und fanden dann doch zwei schattige Plätze mit Kaffee und Eis. Einige Möwen begleiteten das Schiff noch eine Weile und bettelten erfolgreich um kleine Naschereien. Zum frühen Abend gönnten wir uns das dekadente Buffet und die Peinlichkeit, unsere Teller zu fotografieren. Das „Skandinavische Sommer-Buffet“ ist aber auch wirklich gut. Im Geiste unser von-A-nach-B-Reisenden möchten wir hier die Bilder der Köstlichkeiten präsentieren.

Nicht geschafft haben wir: die Vorsuppe, das Kinderbuffet mit Pommes, Burger und Hotdog, diverse Sättigungsbeilagen, kalte Fleischprodukte, Kochfisch, große Krabben, Sprotten, die Käsetheke, viele Kuchen und Brote, karamellisierte Nüsse, Cracker und vermutlich noch so einiges mehr. Echt unglaublich, was hier aufgetischt wird.
Morgen fahren wir dann über Leipzig nach Hause und freuen uns auf die Familie. Die langen Nächte werden wir vermissen, obwohl sie einen geregelten Tagesablauf durchaus erschweren und wir das Wohnmobil komplett verdunkeln mussten, um schlafen zu können.

Und noch ein wenig Kitsch bot der abendliche Sonnenuntergang – viel früher, als wir es in letzter Zeit gewohnt waren.

Wir möchten an dieser Stelle allen danken, die uns mit ihrem fleißigen Einsatz in Haus und Hof den Rücken freigehalten haben, so dass wir diesen Urlaub unbeschwert genießen konnten. Gleichzeitig danken wir allen Lesern fürs Mitreisen und die lieben Kommentare.

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