Luzern

Mit der S-Bahn geht es in einer Stunde nach Luzern, unserem neuen Ziel. Schönes Wetter, hohe Berge, wunderbare Seen und eine riesige Regattastrecke entlang der Fahrt. Unser Ibis-Hotel sehen wir vom Zug aus, dahin zu gelangen war dann zu Fuß doch etwas beschwerlich, aber im Hotel gab es dann für die Zeit unseres Aufenthalts ein kostenfreies Ticket für den ÖPNV im gesamten Stadtgebiet. Bezahlt werden musste gleich und unsere beiden Karten, die für den Urlaub extra angeschafft wurden, weil gebührenfreies bezahlen möglich ist, funktionierten nicht. Während Uwe lange am Rechner arbeitete, um das wieder zu reparieren, suchte ich im Reiseführer nach dem Programm und gegen 14 Uhr konnten wir starten. Zuerst ging es in die Altstadt zum Wahrzeichen Luzerns, der hölzernen Kapellenbrücke. Uns empfingen Hitze, Lärm, Straßenbau und Touristenmassen. Witzig: auf der Brücke gibt es einen Souvenirstand, der echt Erzgebirge verkauft: Nussknacker, Räuchermänner, Schwibbbögen. Sauteuer. Schnell waren wir pflastermüde, deshalb kam Programmpunkt 2 zum Zuge: mit dem Obus fuhren wir in den Stadtteil Obergütsch und spazierten auf dem Sonnenberg, von dem es einen grandiosen Ausblick auf die Stadt, den Vierwaldstättersee und die Berge drumrum gab. Alles sah aus wie gemalt, fast unwirklich. Mit einer kleinen blauen Standseilbah ging’s wieder ins Tal und mit einem schicken, klimatisierten Bus ins Zentrum. Alles umsonst, das war cool. Der Bus fuhr bis zum Löwendenkmal, angeblich einem der berühmtesten Denkmäler der Welt! Ein riesiger, in einem Steinbruch gehauener sterbender Loewe erinnert an die Schweizer Gardisten, die während der französischen Revolution beim Sturm des Volkes auf die Tuiellerien gestorben waren. Unglaubliche Mengen von hauptsächlich asiatischen Touris strömen dahin, zücken das Smartphone oder Tablet, knipsen, machen ein Selfie und gehen wieder. Überhaupt gibt es in der ganzen Stadt viele Asiaten, viele Menschen mit dunkler Hautfarbe und ein vielfältiges Sprachengewirr. Das Servicepersonal, egal wo, spricht Englisch, um alle zu erreichen. Nach dem Löwen schlenderten wir noch lange am See -wie mondän(!)- entlang, kamen am Verkehrshaus -Europas größtem Verkehrsmuseum- vorbei, was jedoch 18 Uhr schloss und 30 Franken Eintritt pro Person kostet und damit schweren Herzens von Uwe abgewählt werden musste. Dafür gab’s ein Eis vom Kiosk, was wir am See aßen und noch lange den Leuten beim Baden und Picknicken zuschauten. Wir fragten uns, was ist aus einem macht, wenn man in so eine Stadt hineingeboren wird. Man sieht nur gut gekleidete Menschen hier, viele junge vor allem. Auch hier gibt es viel Business, an jeder Ecke ein Uhrengeschäft, große Autos. Wo leben die, die hier nicht mithalten können? Am Bahnhof sitzen ein paar Suffkes und Obdachlose, aber alles in Maßen.

 

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