Auf dem Holzweg

… ins B(ä)eerenparadis. Zur heutigen Wanderung setzten wir die Segel in Richtung [Hamra-Nationalpark], der hier quasi um die Ecke liegt. Da es schon am Morgen kräftig regnete, gab es aber erst einmal ein ausgiebiges Frühstück, bevor wir uns regensicher ausgerüstet auf den Weg machten.

Mit dem Hamra betraten wir eine faszinierende Urwaldlandschaft. Weder Axt noch Motorsäge haben hier im ältesten Teil des 1909 eingeweihten Nationalparks je ihr Unwesen getrieben. Fast 400 Jahre alte Kiefern überstanden fünf Waldbrände. Etwa die Hälfte der Nationalpark-Fläche besteht aus Moor.

Unser Einstieg in den Urwald begann auf einem Rollator-tauglichen Holzweg, auf dem wir trockenen Fußes den sumpfigen Wald durchqueren konnten. Nach kurzer Zeit wurde dieser jedoch abgelöst von Holzbohlen in unterschiedlichsten Verwitterungsgraden, die durch eine dichte und nasse Krautschicht führten.

Neben dem immer wieder einsetzenden Regen von oben meldeten so bald auch unsere Schuhe Wassereinbruch. Kurz vor Ende unserer Wanderung endete der Holzweg direkt im Sumpf, so dass wir knöcheltief im Morast steckten – aber das war dann auch egal.

Gleich zu Beginn entdeckten wir eine alte Bekannte aus Norwegen im Moos: die Moltebeere. Hier wächst sie als leuchtender Farbtupfer zwischen den Blau- und Schwarztönen von alles bedeckenden Heidelbeeren, verführerischen Rauschbeeren und den giftigen Krähenbeeren. Wer hier Blaubeeren sammeln will- was durchaus erlaubt ist- muss ganz schön aufpassen. Die Wachholderbeeren dagegen sind momentan noch grün.

Moltebeere
Heidelbeere
Rauschbeere
Krähenbeere
Wacholderbeeren

Fast alle Tiere des Moores verhinderten heute erfolgreich, von uns entdeckt zu werden. Nicht einmal Vogelgezwitscher war zu hören. Einzig das Sirren der Mücken war unsere Wandermusik. Dabei bietet der Nationalpark vor allem auch mit seinem Totholz unzähligen Lebewesen eine Nahrungsgrundlage. Gemäß Reiseführer ist der Elch der König der Moorlandschaft, und diese auch die Heimstatt vieler Bären. Wir können uns nicht vorstellen, wie schwere Braunbären durch den Sumpf patschen- einzig den Gemeinen Sumpfbären (lat. communis palus ursi) hätten wir hier erwartet, aber auch nicht angetroffen.

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